Winterkönig kehrt mit Musicals zurück
Andy Kuntz ein bekennender Amberg-Fan

Beim Welttheater waren Andy Kuntz als Winterkönig und Astrid Vosberg als dessen Gattin Elisabeth auf dem Mariahilfberg zu sehen und zu hören. Jetzt kommen sie als Musical-Stars ins Stadttheater. Bild: Hartl
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
30.10.2016
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Auf dem Berg spielten sie ihre Liebesgeschichte, aber auch die tragischen Ereignisse, die zum Sturz des Winterkönigs führten: Andy Kuntz und Astrid Vosberg waren die Stars beim Welttheater. Jetzt kehren sie nach Amberg zurück - für einen großen Auftritt. Und bringen ein Musical-Schwergewicht mit: Randy Diamond.

2009 und 2014 standen Andy Kuntz und Astrid Vosberg auf der Welttheater-Bühne oben am Mariahilfberg. 2015 kehrte Kuntz mit seiner Band Vanden Plas, die schon live beim Welttheater gespielt hatte, zurück nach Amberg und gab im Casinosaal ein Konzert. Jetzt sind er, Astrid Vosberg und weitere erstklassige Musiker erneut in der Stadt. Im Interview spricht Andy Kuntz über seine Verbundenheit mit Amberg und über seine nächsten Pläne.

Euch scheint es hier gut zu gefallen, denn ihr kehrt immer wieder nach Amberg zurück ...

Andy Kuntz: Ja, absolut richtig. Zum einen sind durch die zwei Spielzeiten des Welttheaters viele persönliche Freundschaften entstanden, und ich freue mich unheimlich auf ein Wiedersehen mit meinen Freunden. Zum anderen kann man in Amberg ganz tolle Kultur machen, es sind wirklich super Möglichkeiten. Und schließlich ist es die Stadt selber, die mich fasziniert. Ich bin bekennender Amberg-Fan. Wenn ein Ortswechsel anstehen würde, dann gäbe es drei, vier Städte, wo ich mir vorstellen könnte, zu leben. Amberg wäre unter den Top drei.

Was sind Ambergs Konkurrenten?

Auf jeden Fall Augsburg. Auch das hängt mit den persönlichen Kontakten zusammen. Da sind Freundschaften ähnlich gewachsen wie mit Ambergern. Ich bin dort innerhalb von zehn Jahren fünfmal auf der Freilichtbühne aufgetreten. Generell kann ich sagen, dass ich Städte mag, die an Flüssen liegen. Und das andere wäre ein Ort in der Ardèche, einem französischen Departement. Diese Region fasziniert mich vor allem wegen der Landschaft. Da zählt der Ausspann-Faktor.

Mit welcher Musik kommt ihr am Samstag ins Stadttheater?

Dieses Mal mit einer Musical-Show. Darüber hatte ich schon vor langer Zeit mit Kulturreferent Wolfgang Dersch gesprochen. Wir haben natürlich die gängigen Klassiker im Repertoire, aber es ist eher eine konzertante Musical-Show, die natürlich in erster Linie auf Astrid Vosberg und mich zugeschnitten ist, weil sie einige Songs aus dem Welttheater beinhaltet. Aber wir werden auch eigene Sachen von Vanden Plas spielen. Die Zuschauer dürfen sich auf Ausschnitte aus dem Erfolgsmusical Blues Brothers freuen. Damit haben wir 2014 in Augsburg einen Zuschauerrekord gebrochen: 50 000 Leute haben es in einem Monat gesehen. Ich freue mich, dass wir für die Musical-Gala in Amberg noch kurzfristig meinen Originalpartner Florian Innerebner gewinnen konnten.

Warum ausgerechnet diese Mischung?

Dass der Schwerpunkt auf dem Winterkönig liegt, ist klar. Das ist natürlich in Amberg sehr gefragt. Natürlich gibt es Klassiker aus Jesus Christ Superstar, The Rocky Horror Show, Jekyll and Hyde, Hair und Les Misérables. Wir haben mit Vanden Plas auch fünf Musicals und Rockopern komponiert, auch daraus werden Auszüge zu hören sein.

Für Musical-Fans gibt es sozusagen auch noch etwas Neues zu hören. Das ist ein starker Kontrast zum letztjährigen Auftritt von Vanden Plas. Bei dem Konzert hatten wir uns für die ganz harte Schiene entschieden. Jetzt zeigen wir uns mal von unserer anderen Seite.

Was steht für Sie und Vanden Plas demnächst an?

Jetzt lag der Fokus ganz klar auch mit auf Amberg. Am Wochenende waren wir bei einem großen Festival in Mailand, organisiert von Frontiers Records, der größten Rock-Plattenfirma der Welt, da war Vanden Plas so was wie der Co-Headliner, was uns natürlich sehr freute. Nach Amberg geht es dann um die Rockoper Everyman, die bislang in Kaiserslautern aufgeführt wurde. Sie wird auch in Innsbruck und Münster zu sehen sein, allerdings bauen wir da ein oder zwei andere Songs ein.

Dann sind Sie ja mit Vanden Plas gut beschäftigt ...

Es gibt schon noch einiges mehr zu tun. Wir sind mitten im Prozess einer neuen Platte. Von unserem Konzert vor drei Jahren in Amerika wird es Anfang 2017 eine DVD geben, auch daran arbeiten wir momentan. Ein weiteres Projekt ist "Hagen von Tronje" in Zusammenarbeit mit Wolfgang Hohlbein und Dieter Winkler. Das ist eine Neuinterpretation der Geschichte der Nibelungen aus der Sicht von Hagen.

Wann kommen Sie nach der Musical-Gala wieder nach Amberg?

Wie ich weiß, soll das Welttheater alle fünf Jahre aufgeführt werden. Dafür stehe ich als Winterkönig parat - vorausgesetzt, es gibt keine Verjüngungskur für diese Figur. Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf ein Wiedersehen am Freitag. Schön ist, dass wir mit Vanden Plas im nächsten Jahr bei zwei großen Festivals sind: bei Prog The Castle als Headliner im Mai und - was der Knaller ist - am 7. September bei ProgPower in Atlanta. Diesen Auftritt haben wir erst vor drei Tagen klar gemacht.

Musical-NachtEine Musical-Gala mit den Stars des Welttheaters geht am Samstag, 5. November, ab 19.30 Uhr im Stadttheater über die Bühne. 2009 und 2014 begeisterten Andy Kuntz als Friedrich V. und Astrid Vosberg als dessen Gattin Elisabeth das Publikum auf dem Mariahilfberg als ideales Königspaar. Nun haben sie extra für Amberg eine Musical-Gala zusammengestellt. Mit von der Partie sind Vanden Plas, Deutschlands renommierteste Progrock-Band, Musical-Star Randy Diamond sowie der Jazz-Saxofonist Helmut Engelhardt und das Vocal-Ensemble The Soulsisters. Karten zwischen 3 (Stehplatz) und 27 Euro gibt es bei der Tourist-Info (09621/10-233; tourismus@amberg.de) oder an der Abendkasse, die eine Stunde vor Vorstellungsbeginn öffnet. (san)
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