Zwei Aufführungen an einem Abend in Realschule begeistern mit Witz und Esprit
Teamgeist trifft Superhelden

Auch wenn Clowns auf der Bühne standen, war der Theaterabend an der Realschule keine Clownerei, sondern ein tiefsinniger Blick auf das, worauf es im Leben ankommt. Bild: Huber

Von Susanna Rosemann

Amberg. Schwarzes Theater in gekonnter Manier, ausdrucksstark und mit großem Spieleifer - so präsentierten sich die Klasse 6b und die Schultheatergruppe Theaterfieber der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule in zwei Darbietungen dem Publikum. Den Auftakt (6b) machte das Stück "Viertelland" nach einer Geschichte von Gina Ruck-Pauquét mit Elementen aus dem Zirkustheater.

Gemeinsam statt geviertelt


Viertelland ist in vier Teile zerfallen: Gelb, Blau, Rot und Grün. Roboto, die Symbolfigur für das Intolerante, achtet auf die strikte Abgrenzung der Menschen aus den verschiedenen Gebieten. In neun Szenen vermittelten die Schüler Eindrücke aus ihren Welten, stellten in treffenden Wortwechseln die vermeintlichen Vorzüge ihrer jeweiligen imaginären Welt dar. Die Eintracht wurde schnell zerschlagen, als der herrische Roboto (Erika Delchmann) und der schusselige Clown Kecksi (Alina Dieter) auftauchten und alle Bewohner wieder in ihre Viertel verscheuchten.

Viele Lacher erntete die Szene "Luftballons aufblasen", in der auf lustige und symbolhafte Weise dargestellt wurde, dass selbst schwierigste Aufgaben am besten gemeinsam gelöst werden können. Ein Appell an Toleranz, Teamgeist, Akzeptanz und Annäherung an Neues für ein besseres Zusammenleben der Menschen ist mit diesem Stück in starken Bildern, Tänzen und Versen eindringlich und aktuell vermittelt worden.

Es folgte die Aufführung von "Superhelden", eine Szenenfolge in Eigenproduktion der Schultheatergruppe mit ihren Leitern Brigitte Bodensteiner und Jörg Grüssner. Ausgehend von einer klassischen Warm-up-Szene traten die einzelnen Helden wie Superman (Thomas Reiser), Joker (Alexander Migotz), Spiderman (Leonie Ziebert), Robin Hood (Sandra Miller) oder Catwoman (Lisa Berner) zu einem Casting an. Doch gerade die, die ganz oben standen und gefeiert wurden, waren auch dem Absturz sehr nah. Die Zuschauer ahnten es: Die Demontage und das Scheitern der Superhelden ließen nicht lange auf sich warten. Doch ist es nicht auch heldenhaft, zu scheitern?, war die zentrale Frage. Die Rollen Gut (Nadine Zimmermann) und Böse (Sandra Miller) lieferten sich ein ständiges Ringen; einmal siegte die Liebe und einmal warf die Verbitterung zu Boden.

Rasanz und Hintersinn


Rasante Szenenwechsel, hintersinnige Moderationen, gut gewählte Musikeinspielungen, gelungene Tanzperformances sowie die Einbeziehung des Publikums ins Geschehen sorgten für ein abwechslungsreiches Schauspiel mit vielen ausdrucksstarken Bildern.

Am Ende stand die Frage: Warum viele Superhelden suchen, lieben oder sein wollen? Antwort: Weil wir hin und wieder davon träumen, von Superhelden gerettet zu werden.

"Wahre Superhelden sind jedoch Menschen, die uns in dunklen Zeiten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern", machte die Gruppe Theaterfieber im Chor skandierend abschließend klar und wurde dafür vom Publikum mit stürmischem Applaus belohnt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.