Zweites Filmmusik-Gala zur Oscar-Nacht im ACC
Kino für Kopf und Ohren

Filmmusik live - von einem bis zu 70-köpfigen Orchester im ACC: Diesen besonderen Kulturgenuss bietet die zweite Filmmusik-Gala zur Oscar-Nacht am Samstag, 27. Februar, im ACC. Archivbild: Huber

Captain Jack Sparrow kommt auch wieder. Direkt aus der Karibik ins ACC. Einen Oscar bekommt er hier nicht - dafür aber ordentlich was auf die Ohren. Wenn ein 70 Mann starkes Orchester loslegt, ist der Kinogenuss garantiert. Und das ganz ohne Film.

Eine Oscar-Nacht ohne Preisverleihung. Und doch komplett hitverdächtig. Dazu 70 Jahre Filmgeschichte ohne Film. Aber mit bestem Kopfkino. Organisator Wolfgang Dersch formuliert es so: "Sehen ist etwas Direktes - aber Hören ist emotional." Und so lockt die Filmmusik sicher wieder viele Bilder aus der Erinnerung und sorgt damit für feinstes Gänsehaut-Gefühl bei den Zuhörern der dritten Lions-Musiknacht. Am Samstag, 27. Februar, um 19 Uhr präsentiert der Amberger Service-Club im ACC in seiner Kultur-Reihe die zweite Filmmusik-Gala zur Oscar-Nacht.

Neuer Bond ist auch dabei


Die Idee dazu hatte Ambergs Kulturreferent Wolfgang Dersch vor zwei Jahren. Für ihn als bekennenden Film-Fan wurde mit dieser Premiere ein langgehegter Wunsch Wirklichkeit. Und weil's nicht nur ihm selbst, sondern auch den Akteuren auf der Bühne und den Zuhörern so gut gefallen hat, wagt Dersch heuer eine Neuauflage. Mit Musik aus Filmen von "Vom Winde verweht" über "Jenseits von Africa" bis zum aktuellen Bond "Spectre". Ermöglicht haben dies die Lions, die als Sponsoren auch dafür sorgen, dass auch wieder einige herausragende auswärtige Musiker mit von der Partie sind.

Genau das ist für Dersch der besondere Reiz bei diesem Konzert: Das Miteinander von regionalen und überregionalen Musikern, die sich nur für dieses Ereignis in einem Orchester zusammenfinden. Dafür lässt der Kulturreferent, der selbst Posaunist ist, sein Instrument gerne mal im Schrank und greift stattdessen mit größter Begeisterung zum Taktstock: Ein solches Orchester zu dirigieren, sei einfach großartig.

Eine Probe, ein Konzert


Ganz einfach ist das aber auch nicht. Schließlich sind die Beteiligten, insgesamt bis zu 70 Musiker, weit verstreut - zwischen Amberg, Berlin, Dresden und sonstwo. Da kann man sich nicht schnell mal treffen, um miteinander zu spielen. Deshalb gibt es auch nur eine einzige Probe, am Tag vor dem Konzert ab 14 Uhr bis abends: nicht allzu viel Zeit, um aus vielen einzelnen Musikern ein Team zu formen. Für nur einen einzigen Auftritt.

"Leider ist es heuer nur ein Konzert", bedauert Dersch. Bei der Erstauflage vor zwei Jahren gab es noch ein zweites in Straubing, was diesmal nicht möglich war. Noch etwas fehlt: der Chor. "Der war letztes Mal so toll", schwärmt Dersch. Das Problem ist, dass es dafür wenig Filmmusik-Literatur, also spezielle Noten für Gesang, gibt. "Die sind schwer zu bekommen", weiß Dersch aus leidvoller Erfahrung - und hat sich diesen Zeit- und Kostenaufwand dann diesmal doch erspart. Aber er verspricht den Zuhörern dennoch ein gesangliches Schmankerl - den Auftritt von Stargast Markus Engelstädter, dem erfolgreichen Musical-Darsteller aus Regensburg.

"Wirklich tolle Leute", freut sich Dersch schon jetzt auf diese große, illustre Orchester-Mischung. Das scheinen die Filmmusik-Fans in der Region ähnlich zu sehen - denn die Karten für das Konzert werden langsam knapp. Es gibt sie in zwei Preiskategorien (29 und 25 Euro) in der Tourist-Information am Hallplatz.

Bitte recht freundlichRoter Teppich, Palmen, Film-Plakate - natürlich gehört das alles dazu, wenn in Amberg die Oscar-Verleihung musikalisch vorgefeiert wird. Leonardo di Caprio kann zwar nicht dabei sein - er darf ja womöglich in Los Angeles seinen ersten Academy-Award in Empfang nehmen. Aber Jack Sparrow und ein paar Star-Wars-Krieger bringen Hollywood-Flair ins ACC, das sie gerne mit den Konzertbesuchern teilen: Zehn Euro kostet ein Foto mit Doubles der Film-Helden im Foyer des Kongresszentrums. Der Erlös aus dieser Aktion wird dann einem sozialen Zweck gespendet. (eik)


Eine illustre Musiker-MischungDirigent Wolfgang Dersch freut sich auf weitere besondere Gäste: Brigitte Gerlinghaus/Violine (Konzertmeisterin der Bamberger Symphoniker) und Christian Höcherl (Solotrompeter der Dresdner Philharmonie, gilt als Bester seines Fachs in Deutschland).

Dazu gesellen sich lokale Akteure, die sich durchaus auch schon einen Namen gemacht haben, wie die Querflötistin Lisa-Marie Holzschuh aus Ebermannsdorf und der Ursensollener Trompeter Johannes Kellermann, in der Region aus vielen Konzerten bekannt, Christopher Kott (Violine), der Amberger Kulturpreisträger 2013 und inzwischen Akademist beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und natürlich Bernhard Müllers als Solist (unter anderem auf dem Akkordeon) mit seinem Kammerorchester Sinfonietta, das den unverzichtbaren Grundstock des Filmmusik-Orchesters bildet. Durch den Abend führt wie gehabt Thomas Bärthlein.

Ein Zufall beendete die zunächst schon aussichtslos geglaubte Suche nach einem Bassposaunisten. Nach etlichen Absagen von Musikern aus dem Raum Nürnberg und Regensburg, die alle keine Zeit hatten, meldete sich auf einmal Max Weber - er spielt das dringend benötigte Instrument in einem Göttinger Orchester und ist der Sohn von Steffen Weber, dem Leiter der städtischen Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg. Auch die dortige Berufsfachschule für Musik ist im ACC vertreten - mit drei Schlagzeugern.
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