15-Millionen-Euro-Bau startet

Hier wird kräftig aufgefüllt. Bagger sind zurzeit dabei, das rund vier Meter unterhalb der Leopoldstraße liegende Baugelände vor allem im hinteren Bereich mit Erde aufzuschütten. So ist sichergestellt, dass der Neubau ebenerdig zugänglich und der Höhenunterschied zur Vorderseite an der Raiffeisenstraße ausgeglichen wird. Nachdem es sich um das alte Areal der Bundeswehrfachschule handelt, wurde der Boden per Metalldetektor auf mögliche Munitionsrückstände untersucht. Gefunden hat die Spezialfirma laut Archit

Die Jura-Werkstätten haben doppelten Grund zur Freude: Ihr Neubau startet und sie sind jetzt auch offiziell als Förderstätte für Schwerst- und Mehrfachbehinderte anerkannt.

Diese besondere Form der Betreuung hat die Einrichtung an der Hans-Thoma-Straße für einige Menschen zwar bisher schon abgedeckt, aber ihr fehlte die entsprechende Förderung, die nun mit dem Neubau für diesen eigenen Bereich fließt. Er allein kostet nach Auskunft von Geschäftsführer Bernhard Albrecht rund 2,1 Millionen Euro brutto, wobei die Jura-Werkstätten nun als anerkannte Förderstätte einen Zuschuss von 70 Prozent erhalten. Summa summarum wird der Neubau des gesamten Betriebs mit allen Teilen sogar mit 80 Prozent gefördert, was laut Bauherr bei veranschlagten Gesamtkosten von rund 15 Millionen Euro auch nötig ist.

Mehr Platz für Behinderte

Das Zentrum Bayern Familie und Soziales, der Bezirk, die Arbeitsagentur und die Regierung der Oberpfalz stemmen diese Beteiligung, die die Jura-Werkstätten und die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach, die als Träger hinter ihnen steht, alleine nicht schultern könnten. Doch die so kostspielige Maßnahme ist natürlich kein Luxus, sondern im Grunde längst überfällig. Seit Jahren platzen die Werkstätten für Menschen mit Behinderung aus allen Nähten. Sie haben zuletzt kontinuierlich auf über 300 Beschäftigte zugelegt, die in den 1977 eröffneten Räumen nur mehr schlecht als recht untergebracht werden konnten.

Neben mehr Platz braucht die mittlerweile eben 38 Jahre alte Produktionsstätte auch eine Modernisierung, die im Altbau kaum möglich gewesen oder ebenso teuer gekommen wäre, wie Lebenshilfe-Vorsitzender Eduard Freisinger und Bernhard Albrecht schon vor einiger Zeit informierten. Aus diesem Grund habe man sich für einen kompletten Neubau auf dem direkt nebenan liegenden Grundstück zwischen Hans-Thoma-, Raiffeisen- und Leopoldstraße entschieden.

Dauert noch zwei Jahre

Diese 18 800 Quadratmeter konnten laut Albrecht im Tausch mit den Nachbarn, der Bayernland eG, ohne Geldfluss erworben werden. Die Käserei der Genossenschaft bekommt im Gegenzug als für sie ebenfalls günstig gelegene Erweiterungsfläche den bisherigen Standort der Jura-Werkstätten, die ihre alten Gebäude nach dem Umzug komplett abbrechen werden. Bis dahin aber dauert es fast noch zwei Jahre, nachdem jetzt gerade mal mit den ersten Erdarbeiten begonnen wurde.

115 Meter lang, 63 breit

Noch vor dem Winter soll laut dem Amberger Architekturbüro Harth und Flierl allerdings die Bodenplatte verlegt werden, um dann zunächst im Bereich Raiffeisenstraße mit den Baumeisterarbeiten anzufangen und sie sukzessive nach hinten zur Leopoldstraße fortzusetzen. In dieser Richtung hat der rechteckige Neubau die stattliche Länge von 115 Metern; in der Breite misst er 63 Meter. Die Nutzfläche liegt laut Architekturbüro bei rund 9150 Quadratmetern, wobei der größte Teil auf Produktionsbereich und Lager entfällt. Darin enthalten sind neben Verwaltung, Speisesaal und Küche aber auch Förderstätte und Berufsbildungsbereich.
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