1909
Biografische Eckdaten zu Rudolf Kaufmann

wird Kaufmann in Königsberg geboren - mit evangelischem Bekenntnis. Seine Familie ist ursprünglich jüdischen Glaubens.

1933 verliert er als promovierter Geologe an der Greifswalder Universität seine Stelle aufgrund der jüdischen Herkunft.

1935 arbeitet er in einem Fotoatelier in Bologna. Er lernt die Schwedin Ingeborg Magnusson kennen und verliebt sich. Sie verbringen gemeinsame Tage in Stockholm und Thüringen.

1936 wird Kaufmann, obwohl evangelisch getauft, als Turnlehrer an einer jüdischen Internatsschule in Coburg angestellt. "Ich bin ja so froh, daß ich nun Beschäftigung habe und die dummen Gedanken vergesse. Es ist alles jetzt so trostlos. Fast alle Eltern der Schüler müssen ihre Geschäfte zu Schleuderpreisen verkaufen", schreibt er. Kurz vor einer geplanten Reise nach Schweden holt er sich eine Geschlechtskrankheit und wird von seinem Arzt wegen "Rassenschande" angezeigt. Das Landgericht Coburg verurteilt ihn zu drei Jahren Zuchthaus.

Bis 1939 ist er in Amberg inhaftiert. Er schreibt sich weiter mit Ingeborg und plant mit ihr die Zukunft. Nach der Entlassung ist aber die Ausreise nach Australien nicht mehr möglich. Der Zweite Weltkrieg hat begonnen.

1940 flüchtet er nach Litauen und bittet seine Geliebte, nicht länger auf ihn zu warten.

1941 heiratet Kaufmann und verschickt seinen letzten Brief an Ingeborg. Wahrscheinlich wurde er im Sommer erschossen. Ein deutscher Soldat hatte ihn dort erkannt.
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