20-Jähriger wird auf Sulzbacher Straße zur Gefahr - Ohne Führerschein und gültigen Kennzeichen, ...
Mit Tempo 120 durch die Stadt gerast

Amberg. (hwo) Er raste wie ein Irrer mit 120 Kilometern pro Stunde die Sulzbacher Straße stadteinwärts. Ohne Führerschein, in einem nicht zugelassenen Auto mit entstempelten Kennzeichen. Ums Haar hätte der 20-Jährige einen schweren Unfall verursacht. Jetzt saß er vor Gericht.

Einfach mal ein paar Runden drehen. Auf dem Hof seines Chefs, wo er an Autos schraubte, wäre das sicher nicht weiter aufgefallen. Doch dann verließ der junge Mann am Steuer des Wagens das Betriebsgrundstück und ging auf Spritztour. Führerschein? "Ich habe keinen", gestand der 20-Jährige erst der Polizei und jetzt dem Jugendrichter Peter Jung.

Auf der Sulzbacher Straße unweit der Luitpoldhütten-Zufahrt war heuer am 13. Juni kurz nach 17 Uhr ein Berufskraftfahrer mit seinem Omnibus unterwegs. Was er plötzlich im Rückspiegel sah, mochte der Mann nicht glauben. Plötzlich tauchte ein Pkw auf. Geschossartig, mit etwa 120 "Sachen", wie der Chauffeur des Busses schätzte. 50 Kilometer pro Stunde wären erlaubt gewesen.

Raketenartig überholt

Was folgte, war schier unglaublich. Der Bus wurde raketenartig von dem Wagen überholt. Dann scherte der Fahrer rechts ein, geriet mit dem Pkw ganz nahe an die Stoßstange eines vorausfahrenden Autos, schrammte am Bordstein entlang, wollte erneut überholen und musste wegen plötzlich auftauchenden Gegenverkehrs dieses Manöver abbrechen.

Was dann geschah, war erstaunlich. Der Tempo-Raser stoppte und hielt an. Das tat auch die von ihm beinahe an der Heckseite ihres Wagens gerammte Frau. Auch der Busfahrer stoppte. Was sie hörten, waren Worte der Entschuldigung. Dann kamen auch schon zwei Funkstreifenbeamte. Einer von ihnen sagte jetzt als Zeuge vor dem Jugendschöffengericht: "Der zeigte keinerlei Hektik. Aber man roch Alkohol." Eine Blutentnahme erbrachte 0,75 Promille.

Das aber war noch nicht alles, was die Uniformierten feststellten: keinen Führerschein, Fahrzeug mit entstempelten Nummernschildern unterwegs, positive Reaktion auf einen Drogentest. "War Rauschgift im Spiel?", fragte der Richter. Am Vortag, räumte der 20-Jährige ein, habe er einen Joint geraucht.

Der junge Mann brachte sechs Vorstrafen mit. Die meisten davon wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dafür hatte es im Lauf der vergangenen Jahre mehrere "Warnschüsse" der Justiz gegeben. Zuletzt eine kürzere Freiheitsstrafe zur Bewährung. Die wurde nun mit ins Urteil einbezogen.

Das Raser-Intermezzo auf der Sulzbacher Straße wurde mit zehn Monaten Jugendhaft geahndet. Damit ging das Jugendschöffengericht in seiner Entscheidung um zwei Monate über den vom Staatsanwalt gestellten Antrag hinaus. Bewährung gab es auch diesmal. Dazu trug wohl auch bei, dass ihm sein Chef ein gutes Zeugnis ausstellte und ihn trotz der unerlaubten Spritztour behalten will. Auf die vom Gerichts verfügten regelmäßigen Drogenkontrollen wird sich der 20-Jährige einstellen müssen.
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