35-jähriger Betrunkener beleidigt Gäste, Personal und Polizeibeamte - Strafbefehl ...
Völliger Ausraster auf der Bowlingbahn

Viel Präzision ist erforderlich, um die zehn Pins zu treffen. Beim Bowling, da geht es um Strikes (abgeräumter Zehner auf den ersten Wurf) und Frames (spezielle Zählweise), aber natürlich auch um die sogenannte Foul-Linie, die jede Sportart kennt. Die hat ein 35-Jähriger deutlich überschritten an einem Abend im November in einem Amberger Bowlingcenter.

Die Begründung lieferte ein später vorgenommener Alkoholtest: Bei dem verhinderten Hobby-Sportler wurde ein Promille-Wert von 1,9 festgestellt. Statt einen Strike zu erzielen, hat der Arbeitslose sich viel Ärger zuerst beim Personal und dann mit der Polizei eingehandelt. Wegen seines ungebührlichen Verhaltens gegenüber Gästen des Sportcenters sollte der Mann ursprünglich aus dem Haus verwiesen werden. Das wollte er sich nicht gefallen lassen und setzte gegenüber dem Personal zu heftigen Beleidigungen und später handgreiflichen Attacken an. Bei dieser Rangelei erlitt laut Anklageschrift der Geschäftsführer der Anlage einen heftigen Armstoß gegen den Kiefer, weshalb er den 35-jährigen zu Boden rang und die Polizei rufen ließ. Doch auch das schien wenig Eindruck auf den Angeklagten zu machen.

Drei Beamte nötig

Die Beleidigungen gingen weiter, der ausgerastete Bowlingbahn-Gast setzte sich heftigst zur Wehr und begann zu spucken und zu beißen. Nur weil sie ihrer Arbeit nachgehen mussten, wollten das die Beamten nun auch nicht hinnehmen. Drei Polizisten waren schließlich nötig geworden, um den Tobenden zur Raison zu bringen und auf die Dienststelle mitzunehmen. Da das Verhalten des 35-Jährigen den verdacht aufdrängte, dass Drogen im Spiel sein könnten, wurde schließlich auch dessen Wohnung in Amberg durchsucht. Dabei wurde ein sogenannter Wurfstern gefunden, der laut Waffengesetz einen verbotenen Gegenstand darstellt.

Deshalb waren die Anzeigen wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte um ein Vergehen nach dem Waffengesetz erweitert worden. Das brachte dem Mann einen Strafbefehl über 100 Tagessätze zu 30 Euro, also 3000 Euro, ein. Das war ihm zu viel, weshalb er Einspruch einlegte, dieses Rechtsmittel jedoch lediglich auf das ausgesprochene Strafmaß beschränkte. Das bedeutete, dass er die ihm zur Last gelegten Taten in vollem Umfang einräumte. Zudem entschuldigte er sich für sein damaliges Verhalten.

Rückzieher gemacht

So landete der Fall zur Verhandlung bei der Einzelrichterin am Amtsgericht, Verena Bösl. Sie und Staatsanwalt Daniel Gold mussten nun in Betracht ziehen, dass sich Angeklagte inzwischen in eine Entzugstherapie begeben habe. Trotz einer klammen Kasse und hoher Schulden gab es dennoch keinen Nachlass auf den Strafbefehl.

Das Gericht legte dar, dass bei einem Urteil das bisher ausgesprochene Strafmaß sich durchaus noch erhöhen könne. Das leuchtete dem Beschuldigten ein und er nahm seinen Einspruch zurück.
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