35-Jähriger folgt auf Preuß - Mit 81,2 Prozent gewählt
Stefan Ott neuer Kreischef der CSU

Handschlag des alten und neuen CSU-Parteichefs in Amberg: Martin Preuß (links) kandidierte nicht mehr fürs Amt des Kreisvorsitzenden. Er schlug zusammen mit dem Vorstand den 16 Jahre jüngeren Stefan Ott (rechts) für seine Nachfolge vor, der schließlich unter dem Kruzifix und CSU-Banner im Pfarrsaal St. Michael mit 81,2 Prozent der Stimmen gewählt wurde. Bild: gf
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
17.04.2015
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Der scheidende CSU-Chef Martin Preuß (51) sprach von einem "Generationswechsel". Nach vier Jahren an der Spitze des Amberger Kreisverbands legte er am Donnerstagabend sein Amt in jüngere Hände. Der Bürgermeister und Bezirksrat trat nicht mehr zur Neuwahl an, sondern machte den Weg frei für Stefan Ott. Der 35-Jährige kandidierte als Einziger und wurde von der Kreismitgliederversammlung im Pfarrheim St. Michael mit 81,2 Prozent der Stimmen zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Ott bedankte sich für das "große Vertrauen", mit dem er nach eigenen Worten "so nicht gerechnet hat". Er war zuvor von Oberbürgermeister und Vize-CSU-Chef Michael Cerny als Wunschkandidat des Kreisvorstands vorgeschlagen worden. Bei der Frage nach weiteren Interessenten für die Spitzenposition hob sich in der mit 72 Christsozialen besuchten Versammlung kein weiterer Finger.

Mitgliederstruktur älter

Laut OB wird die Partei von ihrer Mitgliederstruktur her langsam älter und steht vor zwei wichtigen Fragen: Erstens, wie wird sie diesem Umstand gerecht, und zweitens, "wie ist und bleibt sie auch für junge Leute attraktiv?" Cerny sprach von einer Herausforderung, die nach Ansicht des Kreisvorstands vor allem durch "Präsenz vor Ort" gemeistert werden kann. Das bescheinigte er Stefan Ott, der bisher schon Vorsitzender des Ortsverbands Wagrain-Ammersricht ist und von 2008 bis 2014 auch eine Periode lang im Stadtrat saß.Dadurch habe er gezeigt, dass er "auf Bürger zugehen und sie einbinden kann", was nicht zuletzt das "hervorragende Ergebnis" der CSU bei der Kommunalwahl in Ammersricht bewiesen habe. "Er ist in der Arbeit mit und für die CSU vernetzt", pries Cerny Ott an, der bei seiner Wahl von 72 Anwesenden 56 Ja- und 13 Nein-Stimmen erhielt (drei waren ungültig).

Ortsverbände stärken

Stefan Ott fasste sich am Ende des rund drei Stunden dauernden "Wahlabends" - gekennzeichnet von vielen Stimmabgaben und Auszählaktionen, nachdem der komplette Kreisvorstand neu berufen wurde - mit seiner Antrittsrede kurz. Neben Änderungen bei der internen Parteiarbeit will er nach außen vor allem "über den Tellerrand hinausschauen und Traditionen pflegen". Zu beidem gehört für den neuen Kreischef, die neun Ortsverbände "zu unterstützen und zu stärken". Schließlich seien die Christsozialen "die einzige und letzte Partei in Amberg, die in allen Stadtteilen mit einem Ortsverband vertreten ist". Das sei "ein Pfund, mit dem wir wuchern können".
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