42-Jähriger zu 15 Monaten Haft verurteilt
Wirt hinter Gittern

Es könnte sein, dass der Mann für lange Zeit nicht mehr hinter seiner Theke steht. Nürnberger Ermittlungsbehörden haben einen Gastwirt aus dem Kreis Schwandorf in U-Haft genommen, weil er in Franken mit Crystal Speed dealte. Von 300 Gramm ist in der Anklageschrift die Rede.

Sie brachten ihn gefesselt vor die 3. Strafkammer des Amberger Landgerichts. Es ging um Raub und um eine Strafe von 18 Monaten, die der einstige Abiturient und jetzige Gastwirt von Schwandorfer Schöffenrichtern erhalten hatte. Dabei blätterte der Kammervorsitzende Gerd Dreßler in den Akten und stellte fest: "Gegen Sie laufen Anklagen in Nürnberg und in Weiden." Nach Ermittlungen in Franken hatte man den Mann aus Schwandorf im vergangenen Jahr festgenommen und in U-Haft gebracht. Ihm wird vorgeworfen, mit der stattlichen Menge von 300 Gramm Crystal Speed gehandelt zu haben. Das könnte zu einer längeren Freiheitsstrafe vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth führen.

Daneben nimmt sich das Verfahren in Weiden eher unbedeutend aus. Dort geht es nur um ein paar Gramm der gefährlichen Droge Crystal. "Trotzdem möchte er gerne Bewährung", argumentierte der Verteidiger des 42-Jährigen jetzt vor dem Landgericht Amberg. Doch das ließ sich nicht machen. Die Strafkammer änderte zwar das wegen Raub ergangene Ersturteil, schickte den Gastwirt aber dennoch 15 Monate ins Gefängnis. "Sie sind ein Bewährungsversager", sagte Richter Dreßler an die Adresse des Angeklagten.

Das Raubverbrechen wurde im April 2012 verübt. Der 42-Jährige hatte seinerzeit 100 Euro von einem Bekannten zu kriegen. Als der nicht zahlte, erhielt er Besuch von dem Gastwirt und wurde - eben aus seiner Wohnung kommend - auf der Treppe gestellt. Dann entriss der Täter dem Opfer eine Tasche, in der sich unter anderem eine Digitalkamera befand. Was dann passierte, war seltsam: Die Tasche übergab der Gastwirt einem weiteren Bekannten, der ebenfalls Geld von dem beraubten Mann zu kriegen hatte. Ob der dann wirklich zahlte, wurde im nun laufenden Prozess nicht bekannt. Vor der Strafkammer machte der 42-Jährige geltend, dass er am Tattag eine größere Menge Crystal Speed konsumiert habe. Das musste von den Richtern und von Staatsanwältin Dr. Barbara Tutsch so akzeptiert werden. Doch die erwünschte Bewährung gab es trotzdem nicht.
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