50 Jahre alte Reisetaube

Nur noch zwei Schlaggemeinschaften mit 4 aktiven und 16 passiven Mitgliedern: "Der Zahn der Zeit nagt sehr an unserem Hobby", sagt Vereinschef Ludwig Seidl. Am Samstag wird dennoch groß gefeiert. 02428 Reisetaube Neumühle wird 50 Jahre alt.

"Klein, aber fein" - so sieht sich dieser Verein, der sich am 19. September um 19 Uhr im Gasthaus Neumühle trifft. Beim Jubiläumsabend stehen ein Dia-Rückblick sowie Ehrungen der Gründungsmitglieder und Vereinsmeister auf dem Programm.

Mit 15 Männern fing's an

In eben diesem Gasthof hatten sich am 4. September 1965 die 15 Männer aus Amberg getroffen, die die Freude am Brieftaubensport verband. Das Ergebnis war die Gründung des Vereins Reisetaube Neumühle. An der Spitze des ersten Vorstands stand Franz Lex, Stellvertreter war Alois Senft, Schriftführer Günther Neudecker, Kassier Ludwig Seidl. 1968 löste Georg Eichenseer Franz Lex als Vorsitzenden für zwei Jahre ab. Von 1970 bis 1977 hatte Günther Neudecker das Amt inne, von 1977 bis 1992 Ludwig Seidl, von 1992 bis 2005 Alois Senft. Seit 2005 ist Ludwig Seidl wieder Vereinschef.

Unter dem Vorsitz von Franz Lex bekam Reisetaube Neumühle eine eigene Einsatzstelle, der die Sportfreunde aus Kastl und für die Auslandsflüge die Züchter aus Rieden zugeteilt wurden. Um den erweiterten Anforderungen als überregionale Einsatzstelle gerecht zu werden, waren diverse Anschaffungen nötig. Neben dem Kauf einer Mutteruhr und der damals wichtigen Ringanlege- und Plombierzangen war der Bau von zehn Einlieferungsblöcken erforderlich. Dafür zeichneten die Mitglieder Michael Wiesneth und Bernhard Behr verantwortlich. Höhepunkte in der bewegten Vereinsgeschichte waren 1975 und 1985 die Ausstellungen der Reisevereinigung Amberg sowie im Jahr 1990 die Kreisausstellung.

Um die Neumühler Einsatzstelle halten zu können, gründeten die Traßlberger 1990 einen eigenen Verein. 1997 wechselten die Kastler in Richtung Neumarkt. Als der Verein in Traßlberg nur noch zwei reisende Schläge hatte und die Einlieferungsgeschäfte gefährdet waren, fassten die Mitglieder in Neumühle den Entschluss, in die Einsatzstelle Hahnbach umzuziehen, wo man für zehn Jahre eine neue Heimat fand. Seit mittlerweile zwei Jahren liefert Reisetaube Neumühle seine Tiere in Lintach ein.

Was geblieben ist

Heute kämpfe der Verein mit den modernen Zeiten, sagt Vorsitzender Ludwig Seidl. Die Jahre, in denen sich zwei oder mehr Züchter eine Konstatieruhr teilten, seien schon lange vorbei. Diese Spezialuhr wird im Brieftaubensport dazu verwendet, die Ankunftszeiten der von einem Wettflug heimkehrenden Vögel manipulationssicher festzuhalten. Heute sei der Sport ohne die Computertechnik nicht mehr vorstellbar, verdeutlicht Seidl und fügt hinzu: "Geblieben ist uns allerdings die Liebe zu den Tauben mit der individuellen Besonderheit eines jeden Tiers, die Freude am Sport, auch wenn die Erfolge manchmal ausbleiben, und die Kameradschaft im Verein mit all seinen Reibungspunkten."
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