56-Jähriger steht seit Montag vor Gericht
Brandstiftung führt fast zu Katastrophe

In der Nacht zum 3. Februar brannte es in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Georgenstraße. Geht dieses Feuer ebenfalls auf die Kappe eines 56-Jährigen? In einem auf vier Tage angesetzten Prozess muss die Erste Strafkammer in dieser Woche die Wahrheit herausfinden. Archivbild: gf
Er will es nicht gewesen sein, sieht sich zu Unrecht von den Behörden verfolgt. Was die Staatsanwaltschaft einem aus dem Ruhrgebiet stammenden 56-Jährigen vorwirft, sind vier Brandstiftungen in Amberg. Eine davon im eng zusammengebauten Innenstadtbereich.

Der Angeklagte, seit Montag vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts, hat diverse Vorstrafen. Auch wegen Brandstiftung. Er selbst aber sieht sich als hilfsbereiten Menschen, eigentlich immer grundlos im Fokus der Behörden. Von Kindheit an in Heimen, etliche Jahre in der Psychiatrie, dann auf verschlungenen Wegen in die Oberpfalz gelangt. "Zu einer Sekte", wie er betont.

Fast 200 000 Euro Schaden

In der Nacht zum 4. Februar dieses Jahres musste die Amberger Feuerwehr zu drei Einsätzen ausrücken. Der erste davon befand sich hart am Rand einer Katastrophe. Unweit des Malteserplatzes war Feuer an einer Aschentonne gelegt worden, die sich in einem ebenerdigen Abstellraum befand. Höchste Alarmstufe, Zugriff buchstäblich in letzter Minute. Drei Menschen waren im Haus, einer musste von Löschtrupps über die Leiter gerettet werden. Rauch und Ruß verursachten Schaden in Höhe von nahezu 200 000 Euro. Der 56-Jährige, das weiß man, war in der Nähe. Das gilt auch für zwei Containerbrände in der gleichen Nacht. Die Müllbehälter loderten im Umfeld der Wohnung des Mannes am Amberger Stadtrand. Er selbst will in einem Fall gelöscht haben, rief auch besorgt bei der Polizei an und meldete Brandgeruch. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass noch ein vierter Brand auf das Konto des Beschuldigten geht. Dabei war am 28. Januar Feuer im Keller eines Mietshauses gelegt worden. Auch dieses Anwesen befand sich in Wohnungsnähe des Angeklagten. Er kam, wie die Polizei feststellte, zum Tatort, als erste Ermittlungen begannen.

Die Strafkammer hat fast drei Dutzend Zeugen zum Prozess geladen. Erst nach ihrer Vernehmung wird sich herausgestellt haben, ob man die Verbrechensserie nachweisen kann. Das Urteil soll am Freitag gesprochen werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2014 (1863)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.