Abschied von Thomas Hirsch
Verstorben

Thomas Hirsch starb im Alter von 55 Jahren. Er war ein musikalisches Allround-Talent. In Europa, Japan und den USA knüpfte er Freundschaften mit bekannten Größen aus der internationalen Musikszene. Besonders erwähnt sei hier die Begegnung mit dem Quartett Manhattan Transfer. Bild: hfz
Amberg/Hamburg. (usc) Im Alter von 55 Jahren verstarb in der Wahlheimat Hamburg mit Thomas Hirsch ein musikalisches Allround-Talent aus der Vilsstadt. Sein früher Tod in der vergangenen Woche löste bei seinen zahlreichen Amberger Freunden und Bekannten große Betroffenheit aus.

Schon in seiner Kindheit wurde die künstlerische Begabung erkannt und mit den familiären Möglichkeiten gefördert. Nach Besuch des Gregor-Mendel-Gymnasiums und der Kollegstufe des Max-Reger-Gymnasiums studierte Thomas Hirsch am Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg bei Prof. Schilling Komposition. Ebenso war er als freier Mitarbeiter für eine regionale Zeitung tätig und rezensierte Auftritte diverser musikalischer Veranstaltungen in der Region.

Sein umfangreiches musikalisches Talent konnte er durch seine Freundschaft mit seinem Lehrer, dem bekannten Amberger Komponisten H.E. Erwin Walther, vertiefen und auch öffentlich zur ersten Blüte bringen. Mit ihm hat Hirsch Arrangements verfasst, die beispielsweise in der Paulanerkirche erklangen. Sein Leben wäre ohne diese Begegnung sicher anders verlaufen.

Nach einigen Jahren als freischaffender Pianist, Begleiter und Bandleader ergab sich für Hirsch die Chance, seine Erfahrungen im damals noch jungen digital-musikalischen Neuland dank seiner besonderen Kenntnisse einzubringen: bei Casio in Hamburg, einer internationalen Firma für Musikinstrumente. Als führender Productmanager entwickelte er Sound-Designs für diverse Instrumente und bekam so die Gelegenheit, in Europa, Japan und den USA sein Können vorzustellen und prägende Freundschaften mit bekannten Größen aus der internationalen Musikszene zu knüpfen. Besonders erwähnt sei hier die Begegnung mit dem Quartett Manhattan Transfer und dessen musikalischem Leiter, Yaron Ghershovsky.

Somit verlagerte Thomas Hirsch ab 1989 seinen Lebensmittelpunkt in die Metropole an der Elbe, wo er neben seiner beruflichen Tätigkeit auch weiter als Pianist auftrat. Bedingt durch berufliche Veränderungswünsche fand er Zeit, auch lukullischen Raffinessen und feinen Kochkünsten zu huldigen. Auf ihn aufmerksam geworden, nahmen Firmen Tom Hirschs DeliCat Service für Feste gerne in Anspruch. Wo es möglich war, vereinte er Koch- und Klavierkünste miteinander.

Seine Beziehungen zu Amberg brach er nie ab. So kam er immer wieder zurück und pflegte Freundschaften. Die hiesige Kulturszene durfte ihn letztmals bei verschiedenen Vernissagen erleben. So bei der Ausstellung 40 Jahre Amberger Künstler im Jahr 2012, wo er ein "Audiogramm" von H.E. Erwin Walther erklingen ließ, oder im A.K.T. Kunstverein.

All denen, die sein herzliches Wesen kennenlernen durften, werden die Begegnungen mit ihm und die von Weltoffenheit, Verständnis und von hohem Geist getragenen Debatten, besonders um künstlerische und musikalische Themen, unvergesslich bleiben.
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