Ahnenforschung geht online

Die Gegenüberstellung der Originalakten und ihre digitalen Pendants am Rechner sahen sich (von links) der Leiter des Stadtarchivs Dr. Johannes Laschinger, sein Mitarbeiter Jörg Fischer, Christopher Knabe von der Firma EA Digital und Oberbürgermeister Michael Cerny sehr genau an. Bild: hfz

Was tun, wenn man mehr über seine eigene Herkunft wissen will? Bisher gingen Ahnenforscher ins Stadtarchiv, um dort nach Unterlagen stöbern zu lassen. Der Weg dorthin hat sich erübrigt, jetzt ist die Suche auch per Internet möglich. In einem Digital Reading Room - ein neuer Service des Amberger Archivs.

Wenn man in Erfahrung bringen möchte, ob schon der Ururgroßvater in Amberg zu Hause war oder wie viele Geschwister die Uroma hatte und wie sie mit Mädchennamen hieß, dann waren alle Wissbegierigen aufgerufen, persönlich das Stadtarchiv in der Zeughausstraße aufzusuchen, einen Benutzungsantrag einzureichen und danach geduldig auf die Ergebnisse der Recherchen zu warten.

Dies kann man sich nach Auskunft der Stadtverwaltung von nun an in vielen Fällen sparen: Mithilfe des Digital Reading Rooms sei es ab sofort möglich, sich diese und weitere Informationen direkt auf den heimischen Rechner und sogar auf mobile Endgeräte zu holen - natürlich nur, soweit die gesuchten Altvorderen in Amberg ansässig waren und wenn man zur Nutzung dieses Services angemeldet ist.

Möglich gemacht hat die Neuerung die Firma EA Digital GmbH in Weilmünster, ein Full-Service-Anbieter für die Digitalisierung von Bibliotheken, Archiven sowie weiterer Sammlungen mit umfangreichem Datenvolumen. Sie entwickelte den Digital Reading Room mit dem Ziel, hochwertig digitalisierte Quellen in einer Datenbankstruktur zu verwalten und für externe Benutzer verfügbar zu machen. Das Stadtarchiv hatte bereits ab 2003 als erste Einrichtung im Freistaat zusammen mit der Genealogical Society of Utah (GSU) ein mehrjähriges Digitalisierungsprojekt realisiert. Fotograf Alma Mollemans verfilmte im Auftrag der GSU umfangreiche Meldeunterlagen Ambergs vom Ende des 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Hierzu gehörte unter anderem der Bestand der Ansässigmachungs-, Bürgerrechts- und Verehelichungsakten, der sich nicht nur aufgrund der relativen Überschaubarkeit und Geschlossenheit für eine Präsentation im Digital Reading Room anbot. Auch rechtlich stellen die künftig online verfügbaren Daten laut Pressemitteilung kein Problem dar: Die entsprechenden Vorgaben des Datenschutzes könnten aufgrund des hohen Alters der Akten ohne Weiteres eingehalten und so allen Interessierten zugänglich gemacht werden.

"Insgesamt 9037 personenbezogene Akten wurden auf diese Weise erfasst. Damit liegen uns nun etwa 144 000 digitale Datensätze vor", erläuterten Oberbürgermeister Michael Cerny und Stadtarchivdirektor Dr. Johannes Laschinger bei der Präsentation des neuen Angebots. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der EA Digital GmbH, Christopher Knabe, stellten die Vertreter der Stadt das Projekt der Öffentlichkeit vor, mit dem Amberg eine klare Vorreiterrolle übernommen hat.

"Wir kommen nun als erste Kommune in ganz Deutschland in den Genuss, unsere Daten auf diesem Weg für jedermann bereitstellen zu können", freute sich Laschinger.
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