Alarmanlagen brummen

Schon mal ein guter Anfang und bei Neubauten mittlerweile Standard: Eine Videokamera zeichnet alles auf, was im Eingangsbereich passiert. Die Fachbetriebe in der Region registrieren eine verstärkte Nachfrage nach Alarmanlagen und besonders gesicherten Fenstern und Türen. Grund sind die zahlreichen Wohnungseinbrüche in den vergangenen Wochen und Monaten. Bild: upl

Die Einbruchserie reißt nicht ab: Keine Woche vergeht, in der nicht irgendwo in der Stadt ungebetene Gäste in Wohnungen eindringen. Jetzt brummt das Geschäft mit Alarmanlagen.

"Die Nachfrage ist enorm", bestätigt Benjamin Färber vom gleichnamigen Elektrobetrieb in der Drahthammerstraße. "Wir haben deutlich gespürt, dass es mehr Einbrüche gibt." Seit Herbst vergangenen Jahres klingelt das Telefon in Sachen Alarmanlagen immer häufiger. "Die Leute wollen oft eine Komplettlösung, stellen sich die aber meistens einfacher vor, als sie ist. Da müssen wir dann erst einmal Aufklärungsarbeit leisten."

Noch kein Steuer-Bonus

Möglicherweise lässt ein Vorstoß von Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Zahl der Anfragen weiter steigen. Der Minister stellte vergangene Woche steuerliche Anreize für alle Bürger in Aussicht, die ihre Wohnungen mit Alarmanlagen ausstatten. "Das hat sich bereits herumgesprochen", berichtet Färber. Allerdings stehe das Vorhaben der Politik noch ganz am Anfang. Zu früh also, bereits jetzt auf einen Steuernachlass zu setzen.

Schnell mal eine Kamera über die Haustür montiert? Damit ist es laut Färber nicht getan. "Jedes Haus braucht eine individuelle und ganzheitliche Lösung", sagt der Geschäftsinhaber. Die klassischen Schwachstellen seien jedoch meistens die gleichen: "Die Terrassentüren und Fenster im Erdgeschoss sind am anfälligsten. In 95 Prozent der Fälle wird da der Rahmen aufgebrochen." Kontaktmelder sollen die Einbrecher vertreiben. Öffnet sich der Rahmen, ertönt ein Alarmsignal - eines, das so laut ist, dass der Eindringling lieber das Weite sucht.

Ähnlich funktionieren Glasbruchmelder. Sie heulen los, wenn Scheiben bersten. Spezielle Keile, die man unter Türen legt, verfügen ebenfalls über ein akustisches Warnsignal. "Es gibt die verschiedensten Herangehensweisen", erklärt Georg Wittmann, Geschäftsführer von Elektro Lück. Er wirbt darum, sich beraten zu lassen. "Schnellschüsse helfen nicht weiter." Die Kosten für eine durchdachte Alarmanlage bei einem Einfamilienhaus könnten allerdings durchaus in den fünfstelligen Bereich gehen.

Die beste Alarmanlage hilft nichts, wenn Fenster und Türen nichts aushalten. Und so setzt sich der Boom in diesem Gewerbe fort. Dreifach-Verriegelung sei schon fast Standard, erklärt Patrick Messer von der Fenster- und Türenfabrik Dotzler in der Fuggerstraße. "Die Leute sind sensibilisiert und fragen ganz gezielt nach", berichtet er. Ähnliche Erfahrungen hat Roland Hoffmann von J. S. Fenster und Türen in der Regensburger Straße gemacht. "Alle wollen bessere Beschläge." (Angemerkt)

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Tipps und aktuelle Zahlen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/einbruch
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