Alexander Pickel nutzt Klangfülle der St.-Konrad-Sandtner-Orgel
Brausender Klang der Romantik

Der 24-jährige Kirchenmusikstudent Alexander Pickel aus Sulzbach-Rosenberg glänzte in der Ammersrichter Pfarrkirche. Bild: u
Die Region Amberg-Sulzbach ist um einen hervorragenden Organisten reicher: In Ammersricht glänzte der 24-jährige Kirchenmusikstudent Alexander Pickel vor rund achtzig Besuchern mit einem Konzertprogramm, das so vielfältig und beeindruckend war wie die Klangfarben der Sandtner-Orgel der Pfarrkirche St. Konrad. Pfarrer Michael Jakob erwies sich einmal mehr als gleichermaßen kompetenter wie eloquenter Moderator.

Fröhlicher Überschwang

Mit seiner Virtuosität imponierte der gebürtige Sulzbach-Rosenberger gleich zu Beginn mit den festlichen Barockklängen des "Präludiums und der Fuge in G-Dur" von Johann Sebastian Bach und der "Passacaglia in d" von Dietrich Buxtehude.

Insbesondere mit dem fröhlichen, mitreißenden Überschwang des Präludiums und dem heiteren Ernst der vielschichtigen Fuge konnte Alexander Pickel seine Zuhörer gleich für sich einnehmen.

Es folgten weiche, aber auch brausende Klänge der Romantik. Bei einer Fughette und einem Duett von Joseph Gabriel Reinberger und zwei Choralvorspielen von Max Reger zeigte der Organist die zarten romantischen Register der Orgel. Bei Max Regers "Fuge in D" stellte er nicht nur seine virtuose Fingerfertigkeit unter Beweis.

Nicht weniger beeindruckte seine Fähigkeit, die 31 Register der Orgel optimal einzusetzen. Es gelang ihm eine meisterhafte Darbietung der Fuge. Sie begann im zarten Piano und entwickelte sich durch die Steigerung des Tempos und der Lautstärke zu einem mächtigen Brausen. Mit der viersätzigen "Sonate in d-Moll" von Alexandre Guilmont setzte Alexander Pickel einen eindrucksvollen Schlussakkord.

Konzertmoderator Pfarrer Michael Jakob erläuterte dem Publikum das umfangreiche Schaffen des französischen Komponisten und Pariser Trinité-Organisten, zu dem auch acht Orgelsonaten gehören.

In ihnen sei der typisch französisch-symphonische Stil deutlich zu hören, bei dem - wie es Alexander Pickel meisterhaft demonstrierte - die Orgel als Orchester gesehen und behandelt wird.

Verdienter Lohn

Die "Sonate Nr. 4" begann im einleitenden ersten Satz mit einem Allegro assai. Ihm folgte ein ruhiger, sanglicher Andante-Satz. Nach dem tänzerischen dritten Satz steigerte sich das Werk zu einem grandiosen Finale, bei dem alle Register der Sandtner-Orgel zum Klingen kamen. Anhaltender Beifall war der verdiente Lohn für eine überaus beachtliche Leistung des jungen Kirchenmusikers.
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