Alle Wetter: St. Martins Turmfahnerl glänzt nun im vornehmen Gold

Donnerwetter! Die Wetterfahne auf dem Martinsturm ist zurück. Und wie! Nix mehr mit Grünspan oder schnödem Kupferrot - nein, die oberste Spitze des Amberger Wahrzeichens strahlt jetzt ganz vornehm gülden. Bestens zu sehen im gleißenden Herbst-Sonnenlicht der vergangenen zwei Tage.

Tatsächlich ist das immerhin 1,40 mal 1,30 Meter große Teil nach der Sanierung erst seit Donnerstag wieder montiert. Und obwohl es in 92 Metern Höhe schwebt, haben die Wandlung vom Saulus zum Paulus - rein farblich gesehen - viele Bürger schon bemerkt. Manche wundern sich: Jessas, ist jetzt in Amberg der Reichtum ausgebrochen? Wir hängen unsere Fahne golden in den Wind, der da oben in großer Höhe recht stürmisch sein kann?

Vom Wetter ganz zu schweigen, das gerade in der kalten Jahreszeit wieder fies wird und dem wir nun wie der Ritter in der goldenen Rüstung trotzen. Doch wie das mit diesem Metall so ist: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Selbstverständlich ist die Wetterfahne nicht aus purem Gold, sonst würde sie ja wohl über einer Moschee im reichen Saudiarabien thronen müssen. Und wäre dann eher ein Halbmond als ein windiges Kupferfahnerl.

Das ist es nämlich unter seinem schimmernden Kleid geblieben. Der neue Zauber, den es auch vor 1900 schon mal gab, ist nur äußerlich aufgetragen, aber immerhin in einem echten Vergoldungsverfahren. Das ist schon wegen der rauen Wetterverhältnisse in Himmelsnähe nötig - nicht, dass unser strahlender Glanz bald wieder abblättert. Aber auch das hätte sich die Pfarrei St. Martin bei der insgesamt 6 Millionen Euro teuren Turmsanierung nicht geleistet, wenn sie nicht fast schon wundersame Hilfe gehabt hätte. Es gab laut Kirchenpfleger Josef Beer eine Spenderin, die für diese Kosten aufkommt. Sie war es, die die Vergoldung möglich machte. Übrigens auch für die Kugel unter der Wetterfahne, die demnächst ebenfalls gülden erstrahlen soll.

Warum die Frau das tat? Weil sie in der Nähe der Martinskirche wohnt und täglich auf den Turm schaut. Dieser Blick würde sie als begeisterte Ambergerin künftig noch mehr freuen, wenn es von oben golden strahlt, wünschte sie sich und wurde erhört. Ein leuchtendes Beispiel für Bürger- und Kirchensinn, oder?
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