Alles neu bei der Justiz

Im Schwurgerichtssaal treffen sich Tradition und Moderne. Technik und Möblierung entsprechen neuesten Standards. Die rote Wandfarbe greift die Gestaltung im Jahre 1911 wieder auf. Bilder: Staatliches Bauamt

Die Zeiten der mit Folien verhangenen Gerüste in der Regierungsstraße ist vorbei: Nach zehn Jahren endet am Freitag die Generalsanierung des Justizgebäudes in der Altstadt. Zum Festakt kommt sogar der Minister.

Professor Winfried Bausback (CSU) möchte wissen, was aus den 26,5 Millionen Euro geworden ist, die der Freistaat Bayern in den denkmalgeschützten Gebäudekomplex gesteckt hat. Vor zehn Jahren hat die Renovierung der Häuserzeile begonnen, in der das Landgericht und die Staatsanwaltschaft untergebracht sind.

Aus mehreren Epochen

Die Anlage besteht aus mehreren Gebäuden unterschiedlicher Epochen. Die Baustile reichen von der Renaissance über den Barock bis zum Jugendstil. Die historische Bausubstanz hatte im Laufe der Jahrhunderte erhebliche Schäden erlitten. Deshalb entschloss sich das Ministerium 2005, eine umfangreiche Sanierung zu starten.
In der Summe von 26,5 Millionen Euro sind neben den Sanierungskosten auch die neu errichteten Parkplätze auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt sowie die Miet- und Umzugskosten für die Auslagerung der Staatsanwaltschaft während der gesamten Bauzeit enthalten. Das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach führte bei dem Projekt Regie. Es unterteilte das Vorhaben in drei Abschnitte. Die Planung und Bauleitung lag in den Händen des Architekturbüros Georg Zunner.

Im ersten Teil von 2005 bis 2008 nahmen sich die Sanierer die sogenannte Regierungskanzlei vor. Der Renaissancebau in der Mitte des Gebäudekomplexes ist der älteste Teil der Anlage. Er wird heute als Büro- und Verwaltungstrakt genutzt. Beim zweiten Abschnitt (2008 bis 2012) ging es um die nördlichen barocken Gebäudeteile. Bei ihnen handelt es sich um Erweiterungsbauten des 18. Jahrhunderts und um das sogenannte Inwohnerhaus. Hier befinden sich nun der Haupteingang und die Gerichtssäle.

Rötliche Originalfassung

Der dritte und letzte Abschnitt (2012 bis 2015) erstreckte sich auf das ehemalige Rentmeisterhaus südlich des Kanzleigässchens und den Schwurgerichtstrakt am Schlossgraben. Im ehemaligen Rentmeisterhaus ist im 1. Obergeschoss die Präsidialkanzlei und im Erdgeschoss unter anderem die Bibliothek untergebracht. In der Jugendstil-Fassade des Schwurgerichtstraktes zeichnet sich der hohe, über eineinhalb Geschosse reichende Schwurgerichtssaal durch die Betonung der Fenster mit darüber liegenden Oculi (sogenannte Ochsenaugen) deutlich ab.

Nach heutigen Normen

Die Architekten griffen die rötliche Originalfarbfassung des Saales von 1911 wieder auf. An Originalausstattung sind im Schwurgerichtssaal die stuckierte Decke und die geschnitzten Türelemente erhalten. Die Akustik und die technische Ausstattung entsprechen nun den heute gültigen Normen und Anforderungen.
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