Altbürgermeister Josef Triller vermisst die Kommunalpolitik überhaupt nicht - 80. Geburtstag im ...
"Ruhestand ist etwas Schönes"

Amberg. (tk) 27 Jahre bei der CSU, 22 im Stadtrat, 15 davon als Stellvertreter von OB Wolfgang Dandorfer. In erster Linie war und ist Josef Triller jedoch vor allem eines - beliebt. Bei den Kommunalwahlen 2002 war er Stimmenkönig (15 473), auch der Parteiaustritt 2011 schadete seinem Ansehen nicht. Heute wird Josef Triller zwangsläufig seine persönliche Vergangenheit reflektieren und die wichtigsten Stationen Revue passieren lassen - wie man das eben so macht an einem 80. Geburtstag.

Politisch betrachtet galt der Jubilar als Spätstarter. Erst 1984 trat er in die CSU ein. Zwei Jahre später saß der gebürtige Landshuter im Stadtrat, 1993 wurde er Bürgermeister. Auch bei der Arbeit kam er über Umwege zu seinem Metier. Nach dem Besuch des Gymnasiums und einer Lehre als Kfz-Mechaniker bei der Bundespost ging er erst einmal zum Bundesgrenzschutz. Der berufliche Wechsel führte Triller 1954 nach Amberg. Der Grund, der ihn zum Bleiben bewegte, hat einen Namen: Edeltraud.

Bei drei Stammtischen

Im Mai 1957 heiratete er seine große Liebe in der Bergkirche. Ein Jahr zuvor hatte Josef Triller die Entscheidung getroffen, Fahrlehrer zu werden. Im Oktober 1959 eröffnete er in Amberg seine eigene Fahrschule, die er fast 40 Jahre führte. Von 1996 bis 2012 war der Niederbayer zudem Vorsitzender der Kreisverkehrswacht. Seit seinem Ausscheiden aus der Politik vor sechs Jahren ist Triller ein rüstiger Rentner, der keine Ämter mehr mit Leben erfüllt - dafür aber drei Stammtische. Alle vier Wochen trifft er sich mit Behördenleitern und der Kegelgruppe, die jedoch ausschließlich zusammenkommt, um gemeinsam essen zu gehen. Und dann sind da noch Maria Reindl, Michl Prem, Heinrich Storg, Rudolf Stepper und weitere ehemalige CSU-Stadträte, die regelmäßig über alte Zeiten plaudern. Josef Triller ist dabei der einzige ohne Parteibuch. "Die rufen mich immer wieder an und laden mich ein. Das freut mich sehr."

Zuhause in der Haydnstraße werden die einstigen Wegbegleiter und alle weiteren Freunde und Bekannten den Jubilar heute nicht antreffen. Mit seiner Frau Edeltraud machte sich der 80-Jährige gestern auf den Weg nach Berlin, wo die Tochter lebt. Die gesamte Familie, die auf die Städte Wuppertal, Würzburg, Cottbus, Leipzig und Regensburg verteilt ist, feiert am ersten Novemberwochenende in Amberg. Insgesamt haben die Trillers drei Kinder, neun Enkel und seit Januar 2013 auch eine Urenkelin. Die kleine Lilly bekommt demnächst Verstärkung: Noch in diesem Jahr wird der einstige Bürgermeister zum zweiten Mal Uropa.

Kein Bergwanderer mehr

Das Bergwandern hat Triller aufgegeben, das Alter macht sich allmählich doch sanft bemerkbar. Dafür hat der Jubilar das Schachspielen wieder für sich entdeckt. Jeden Tag tritt er gegen einen Computer an. Sieg und Niederlage halten sich in etwa die Waage. Josef Triller hat den Schwierigkeitsgrad entsprechend eingestellt: "Man muss sich ja auch mal eine Freude machen und gewinnen."

Nach sechs Jahren ohne Kommunalpolitik hat der Jubilar festgestellt: "Ruhestand ist etwas Schönes. Ich habe vielleicht zu lange gearbeitet. Aber es hat immer Spaß gemacht."

Viele Wünsche für die Zukunft hat der 80-Jährige nicht: "Ich bin zufrieden, wie mein Leben gelaufen ist. Ich freue mich, dass ich jeden Tag gesund aufstehen darf." (Angemerkt)
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9310)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.