Alu-Breze liegt nicht im Magen

Alfred Schuller, der Obermeister der Amberger Bäckerinnung, ist sich ziemlich sicher: Wer bei uns in eine Breze beißt, der bleibt gesund. Es gebe kein Aluminium-Problem. Bild: Hartl

Samstags gönnt man sich gern mal ein Weißwurstfrühstück. Wer dabei Lust auf eine resche Breze hat, sollte sich vom Aluminium-Gerede nicht den Appetit verderben lassen, rät Alfred Schuller. Der Obermeister der Bäckerinnung bemüht dabei den alten Spruch: "Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird."

Als Schuller am Freitag die Meldungen hörte, dass das bayerische Nationalgebäck oftmals auch einiges an schädlichem Aluminium enthalte, da rechnete er minütlich damit, dass sich die Lokalzeitung bei ihm meldet und wissen will, was er als Fachmann dazu meint. Mittags telefonierten wir denn auch mit dem Obermeister, der in Raigering seine Backstube hat. Seine erste Reaktion, nachdem ihm die Nachricht von der Alu-Breze zu Ohren gekommen war: "Jetzt fangen sie wieder mit dem alten Kas an."

Heute sind sich Experten ziemlich sicher, dass Aluminium der Gesundheit nicht unbedingt zuträglich ist. Es findet sich in Lebensmitteln und Kosmetika. In Deorollern zum Beispiel stecken Aluminiumsalze, sie stehen unter dem Verdacht, das Brustkrebs-Risiko zu erhöhen.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit stelle seit Jahren erhöhte Aluminiumgehalte bei Brezen fest, moniert die Verbraucherzentrale Bayern. Die Beanstandungsquote liege im Durchschnitt bei etwa 20 Prozent. Auch 2013 habe jede fünfte untersuchte Breze im Freistaat den erlaubten Wert von zehn Milligramm Aluminium pro Kilo überschritten. Backware, die diese Schallgrenze überschreitet, gelte als nicht für den Verzehr geeignet.

Schuller gibt Entwarnung

Der Grund für die Aluminiumbelastung sei die Herstellung, berichten die Verbraucherschützer. Brezen würden mit einer Lauge behandelt. Bei Alu-Blechen könne es passieren, dass sie die Backunterlage angreift und das Leichtmetall in das Laugengebäck übergeht. Mit beschichteten Blechen ließen sich diese Werte allerdings reduzieren.

"Das Thema ist schon mal dagewesen", meint der Amberger Innungsobermeister. Vor etlichen Jahren habe es auch bei uns eine Reihe von Kontrollen gegeben, Stichproben seien gezogen worden. Alfred Schuller erinnert sich noch vage an das Ergebnis, er hat zwar keine Milligramm mehr im Kopf, glaubt aber zu wissen: "Ein paar Brezen waren geringfügig höher belastet", weit entfernt von einer Gesundheitsgefährdung.

"Ein Kleinkind hätte am Tag ein paar Hundert Brezen essen müssen", um überhaupt Schaden zu nehmen, wischt Schuller Bedenken vom Tisch,

Ob alle Kollegen es tun, wisse er nicht, er könne da für keinen die Hand ins Feuer legen - aber er backe inzwischen auf Papier oder Folie, unterstreicht Schuller. Da könne nichts passieren. Er habe es auch schon mal mit beschichteten Lochblechen probiert, doch die seien "sündhaft teuer". Sie hätten satte 70 Euro pro Stück gekostet.

In Schullers Augen ist die Alu-Diskussion ziemlich überflüssig. Für ihn "viel zu viel Wirbel" um ein Thema, das zumindest in Amberg keines sei. Die Breze verkaufe sich auch bei ihm "richtig gut". Vor allem mit Butter.
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