Amberg.
Verdächtig: Afrikaner spielt Amerikaner

(tk) Weil er sich als Amerikaner ausgab, der eine Mitfahrgelegenheit nach Grafenwöhr sucht, aber schlecht Englisch sprach, machte ein 18-Jähriger einen Zivilfahnder auf sich aufmerksam. Der Beamte stufte den Mann laut Polizeibericht eher als Afrikaner ein - und hatte Recht. Es handelte sich um einen Flüchtling aus Somalia, der zunächst im dringenden Verdacht stand, wenig später an einer Tankstelle unweit der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber an der Drahthammerstraße zum Straftäter geworden zu sein.

Wie bereits berichtet, hatte die Polizei am 28. Februar einen räuberischen Diebstahl zu bearbeiten. Gegen 2.40 Uhr hatte ein zu diesem Zeitpunkt unbekannter Mann einen 20-Euro-Schein an sich genommen, den ein Autofahrer zuvor zum Bezahlen in den Ausgabeschacht des Nachtschalters gelegt hatte. Daraufhin war es zwischen den beiden Männern zu einer Rangelei gekommen. Der laut Pressebericht offensichtlich angetrunkene Unbekannte konnte sich losreißen und flüchten.

Wie die Kriminalpolizei gestern mitteilte, führten ihre Ermittlungen am Dienstag dieser Woche zur Festnahme eines 18-Jährigen. Einem Beamten der zivilen Einsatzgruppe war der Mann kurz vor dem Raub aufgefallen. Der Ausländer hatte sich als Amerikaner zu erkennen gegeben. Ein Polizeisprecher dazu: "Das klang wenig glaubwürdig, da er nur schlecht Englisch sprach und zudem vom Typus her eher einem Afrikaner glich." Als wenig später die Funkfahndung nach dem Räuber lief, stellte der Beamte einen Zusammenhang zwischen der Tat und seinem Gesprächspartner her.

Mit Hilfe von Fotos sei es gelungen, den geständigen Asylbewerber zu identifizieren. Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht erließ Haftbefehl.
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