Amberg.
Voll im Wald-Naturschutz-Trend

Martin Seits. Bild: Steinbacher
(zm) Der Freistaat hat das Bayerische Naturschutzjahr 2015 ausgerufen. Deshalb wollte der Umweltausschuss des Stadtrates wissen, wie vor diesem Hintergrund die Aktivitäten und Maßnahmen des Städtischen Forstamtes einzuordnen seien. Den Bericht erstattete der Behördenleiter Martin Seits.

Im Grunde fiel er recht unspektakulär aus. Denn der Förster referierte lediglich über die Alltagsarbeit seines Hauses, die er voll im Einklang mit den in diesem Aktionsjahr thematisierten Zielen sieht. So bietet das Forstamt auf dem Mariahilfberg von Mai bis Oktober jeden zweiten Dienstag im Monat öffentliche Führungen an, im September wird ein Schwerpunkt bei jugendlichen Teilnehmern gesetzt. Die Behörde bewirtschaftet knapp 1950 Hektar Wald und schlägt jährlich rund 10 000 Festmeter überwiegend guter bis hoher Qualität ein. Ebenso viel wächst in dieser Zeit laut dem Förster nach.

Totholz erhalten

Seits bekennt sich ausdrücklich zu einer "naturnahen, naturgemäßen und ökologischen" Ausrichtung, indem er den Wald als lebensnotwendig für Mensch (Luftqualität, Wasserspeicher) und Tier (Lebensraum) definiert. Das bedeute, verschiedene Maßnahmen nicht nach wirtschaftlichen Kriterien auszurichten. Etwa den Erhalt von "Totholz" (abgestorbene Bäume als Lebensraum für Insekten und Vögel). An öffentlich zugänglichen Orten müssten aus Sicherheitsgründen solche Exemplare aber genau beobachtet und nötigenfalls das Geäst beschnitten werden.

Ähnlich verfahre das Haus bei Tümpeln und größeren Pfützen, die sich beim Wegebau ergeben und danach als Biotop schlichtweg sich selbst überlassen bleiben. Im Einzelfall dürfe auch der Biber werkeln, wie er wolle. Für Seits bedeutet das alles jedoch noch lange nicht, wirtschaftliche Gesichtspunkte außer Acht zu lassen. Sie stünden halt nicht ausschließlich im Vordergrund. In diese Richtung gingen auch zwei Nachfragen aus dem Gremium. Thomas Bärthlein (CSU) wollte wissen, ob die Bestände auf die Bedingungen der Klimaerwärmung ausgerichtet würden. Hier kam ein klares Ja.

Bis zu 400 Jahre alt

Allerdings bedeute das auch, dass die trockenheitsempfindliche Kiefer Zug um Zug von nicht heimischen Arten zurückgedrängt werde. Und Hans-Jürgen Bumes (Grüne) bekam zur Antwort, dass die eine oder andere Buche durchaus die Chance bekomme, 300 bis 400 Jahre alt zu werden.
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