Amberg will fair handeln

Bürgermeisterin Brigitte Netta, Heike von Eyb (Fairtrade-Steuerungsgruppe), OB Michael Cerny (von links) und Dr. Helmut Kollhoff (rechts) freuen sich über die Urkunde, die Carina Bischke (Zweite von rechts) übergab.

Was haben London, Rom, Paris, San Francisco und Amberg gemeinsam? Sie alle sind Fairtrade-Town. Die Vilsstadt hat diesen Titel am Samstag offiziell verliehen bekommen. Damit beginnt aber jetzt eigentlich erst die Aufgabe, die Idee des fairen Handels und Einkaufens in den Köpfen der Bürger zu verankern.

Dass die Übergabe der entsprechenden Urkunde im Rathaus nicht Abschluss eines Prozesses ist, sondern Auftakt, verdeutlichten sowohl Oberbürgermeister Michael Cerny als auch Dr. Helmut Kollhoff, der Leiter der Fairtrade-Steuerungsgruppe in Amberg.

Vor gut eineinhalb Jahren hatte sie die Verwaltungsspitze um Beteiligung an der weltweiten Initiative gebeten und im Grunde sofort offene Türen eingerannt. Im Juni 2014 fasste der Stadtrat den Beschluss, der Aktion beizutreten und sich als Kommune für die Ziele des fairen Handels einzusetzen. "Wir brauchen dringend diese Veränderung, um die globale Schieflage zu beseitigen. Wir haben sie in den vergangenen Jahrzehnten mit verursacht und verursachen sie immer noch", sagte Kollhoff mit Blick auf die Diskrepanz zwischen reicher Welt im nördlichen Teil der Erde und armer im Süden.

Für ihn und den Verein Trans-Fair als Träger der Kampagne ist klar, dass "es so nicht weitergehen kann". Die Städte und Gemeinden "als erste Heimat der Menschen" seien die richtige Plattform, diesen Gedanken zu transportieren. "Es ist wichtig, dass das die Kommune mitträgt", betonte Kollhoff, weil sie unmittelbar am Lebensumfeld der Bürger dran ist und Einfluss darauf hat. Die offizielle Teilnahme Ambergs wertete er als "Startschuss zu einer neuen Sicht und einem neuen Handeln, um unseren Teil der globalen Verantwortung wahrzunehmen".

Vorbildfunktion für andere

Darauf hob auch Carina Bischke, Referentin von Fairtrade Deutschland aus Erding, ab, die die Urkunde offiziell übergab. "Amberg zeigt durch sein Engagement Verantwortung für mehr soziale Gerechtigkeit und hat Vorbildfunktion für andere Kommunen, was weitere Nachahmer finden soll", sagte sie bei der Feierstunde im Großen Rathaussaal, zu der auch etliche Stadträte gekommen waren.

Schulen und Pfarreien dabei

Tatsächlich sei die Bewerbung der Vilsstadt "beeindruckend" gewesen, weil hier nicht nur Läden und Betriebe mitmachten, sondern auch Pfarreien und Schulen. Sowohl das Erasmus-Gymnasium als auch die Dreifaltigkeits-Mittelschule haben bereits Fairtrade-Titel, andere - die fürs Thema bei ihren Schülern das Bewusstsein fördern wollen - sind laut Bischke auf dem Weg dahin.
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