Amberg wirft sein Netz aus

Die 16-jährige Anna Braunger freut sich, dass sie auf dem Marktplatz kostenlos das Internet nutzen kann. Unser Test hat es bewiesen: Beim Hochzeitsbrunnen herrscht bester Empfang. Bild: lde

Freies Internet für alle! So hat es Oberbürgermeister Michael Cerny versprochen - zumindest für die Passanten, die zwischen Bahnhofstraße und Marktplatz unterwegs sind. Die AZ hat getestet, ob die Stadt Wort hält.

Ein Tourist steht vor dem alten Forum in der Bahnhofstraße. "Ihr persönlicher Treff", liest er auf der verblichenen Reklame und fragt sich, was das Gebäude wohl einmal beherbergt hat. Seit einigen Tagen findet er per Smartphone und kostenlosem WLAN die Antwort. Denn vom Beginn der Fußgängerzone bis zum Marktplatz bietet die Stadt kostenlosen Internetzugang an. Wie ist die Netzabdeckung? Wo gibt es Lücken bei der Reichweite? Unsere Praktikantin Laura Dechant hat mit einem I-Phone den Praxistest gemacht.

"Überraschenderweise funktioniert das freie WLAN nicht erst, wie von der Stadt verkündet, ab der Oberen Nabburger Straße", berichtet Laura. "Die Reichweite ist viel größer als gedacht. Mein Smartphone hat schon beim Modehaus Wöhrl das freie Netzwerk angezeigt."

Der Weg ins Internet ist recht einfach. Wer die Zustimmung zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erteilt und dann auf "weiter" klickt, ist schon verbunden. Von der Ecke Bahnhofstraße/Batteriegasse reicht die kostenfreie Datenautobahn bis an den Punkt, an dem Georgen- und Regierungsstraße aufeinandertreffen. Zumindest draußen auf der Einkaufsmeile gibt es guten Empfang. Betreten die Kunden einen Laden, werden die Strichchen auf dem Display natürlich weniger.

Bis zum Nabburger Tor

"Dasselbe passiert, wenn die Amberger auf eine der vielen Nebenstraßen abbiegen, dann wird es schon schwieriger, den Kontakt zum Internet zu halten", sagt Laura. Glück haben die Leute, die auf der Unteren Nabburger Straße unterwegs sind, die Reichweite ist fast bis zum Nabburger Tor gegeben. "Weiter als man denkt, weil ja zwischen der Haupteinkaufsstraße und dem Tor schon einige alte Häuser mit dicken Mauern stehen."

Schüler haben Pech

Die Hot-Spots (die Bereiche, an denen die WLAN-Nutzer den besten Empfang haben) finden sich zwischen Krambrücke und der Einmündung der Rathaus- in die Bahnhofstraße. Auf dem Marktplatz zeigt das Handy alle WLAN-Striche an - sehr zur Freude der Menschenmengen, die dort täglich flanieren, einkaufen oder in einem Café sitzen. "Ich nutze den Internetzugang, wenn ich mit meinen Freunden shoppen bin oder ein Eis essen gehe", sagt die 16-jährige Anna Braunger. "Ich finde es super, dass es so etwas gibt, weil man dann das eigene Datenvolumen nicht so schnell aufbraucht." Das Mädchen stammt aus Aalen und absolviert in Amberg ein Freiwilliges Soziales Jahr. Schüler der Wirtschafts- und der Dr.-Johanna-Decker-Schulen haben übrigens Pech. Denn auf dem Weg zum Klassenzimmer bricht die Verbindung ab - kostenloses Surfen im Internet während der Unterrichtszeit ist mit dem WLAN-Netz noch nicht möglich. Aber das Angebot soll ja erweitert werden. Nach den Worten von Oberbürgermeister Michael Cerny ist geplant, "längerfristig" die komplette Altstadt abzudecken.
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