Amberger Bergfestwoche blickt auf eine lange Tradition zurück - Messen, Andachten und hinterher ...
Zu Gott finden und gemeinsam genießen

Geistige sowie leibliche Stärkung warten auch in diesem Jahr während der Bergfestwoche vom 27. Juni bis 5. Juli auf die tausende von Besucher aus nah und fern auf dem Mariahilfberg. In diesem Jahr steht das Bergfest unter dem Motto "Aus-, Los-Sprechen" und widmet sich ganz dem wertvollem Sakrament der Buße und der befreienden Wirkung der Beichte.

Die Jahrhunderte lange Tradition des Wallfahrens zur Mariahilfbergkirche und des Bergfestes reicht in ihren Ursprüngen bis in das Jahr 1634 zurück. Als die Pest in Amberg wütete, gelobten die Amberger Bürger, eine Kapelle auf dem Berg der Stadt zu errichten. Kaum erbaut wurde diese zum beliebten Ziel für Wallfahrer, die versorgt werden mussten. Mit dem Ausschank von Bier und dem Braten von Bratwürsteln zur Verpflegung der Pilgerscharen war das Bergfest geboren.

In all den Jahrhunderten hat das Bergfest nichts an seiner Beliebtheit eingebüßt. Neben den vielen Buswallfahrern, werden die ganze Woche über auch unzählige Fußwallfahrer singend und betend auf den Berg pilgern. Sie nehmen Fußmärsche bis zu zwei Tagen auf sich, um der Mutter Gottes ihre Anliegen vorzutragen.

So unterschiedlich die Anliegen der Pilger auch sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Die Menschen kommen voll Zuversicht, dass ihre Bitten erhört werden, auf den Mariahilfberg.

Für viele Gläubige aus nah und fern ist es selbstverständlich, sich in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten aus ihren jeweiligen Pfarreien alljährlich wieder auf den Weg zum Mariahilfberg zu machen. Für manche Gläubige allerdings bedeutet die Wallfahrt eine wunderbare Gelegenheit, einmal ganz für sich zu sein, aus der Alltagsroutine auszusteigen und dabei den Kopf wieder frei zu bekommen.

Pilgern ist dabei kein religiöser Brauch, der auf das Christentum beschränkt ist, denn Pilgern ist bei allen Weltreligionen zu finden. Seit dem Barock üben allerdings bei den Christen Marienwallfahrtsorte eine große Anziehungskraft aus. Der Amberger Mariahilfberg zählt wohl zu den bedeutendsten Wallfahrtsstätten der Oberpfalz.

Nach wie vor erwartet hier die Pilger nach der geistigen Stärkung durch die Andachten, Messen und aufbauenden Predigten in der Wallfahrtskirche und am Freialtar sowie die befreiende Wirkung der Beichte auch die leibliche Stärkung am Festplatz im Schatten der Wallfahrtskirche. Hier haben die Amberger Brauereien, die zum Bergfest ein extra süffiges Bier für die Pilger gebraut haben, ihre Festzelte aufgeschlagen.

Wenn auch von den ursprünglich zehn Brauereien der Stadt nur noch vier übrig geblieben sind, so besticht doch jedes Bier mit seinem eigenen Charakter. Ebenso groß wie die Anzahl der Bierzelte ist die der Bratwurststände und der Bäckerbuden. Hinzu kommt ein kleines Käse-Angebot. All das verleiht dem Bergfest eine Eigenart, die alle Besucher so schätzen und lieben.

Die in der Tradition fortgeschriebene urige Eigenart und die Oberpfälzer Gemütlichkeit machten das Bergfest zu einem der bekanntesten Feste weit über die Grenzen Ambergs hinaus und zum beliebten Treffpunkt für Freunde, Bekannte und Kollegen.
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