Amberger Facebook-Bekanntschaft alarmiert Polizei - Standpauke für zwei 15-Jährige in ...
Internet-Freundin täuscht Suizid vor

Bild: dpa
Einen größeren Polizeieinsatz lösten am Dienstagabend ein 22 Jahre alter Amberger und zwei 15-jährige Mädchen aus Wiesloch (Baden-Württemberg) aus. Wie Polizeisprecher Peter Krämer mitteilte, meldete sich der junge Mann gegen 20.30 Uhr "völlig aufgeregt" bei der Polizei, weil er um das Leben seiner Internetbekanntschaft fürchtete.

Die beiden Teenager hatten sich auf Facebook eine falsche Identität zugelegt und auf diese Weise schon vor einiger Zeit mit dem sieben Jahre älteren Oberpfälzer angebandelt. Unter einem erfundenen Namen hatten sich die beiden Schülerinnen als 16-jähriges Mädchen ausgegeben. Am Dienstag ließen sie die virtuelle Freundin dann davon schwafeln, sich das Leben nehmen zu wollen.

Blutiger Unterarm

"Zur Untermauerung ihrer Absicht" fügten die Baden-Württembergerinnen ihren Nachrichten ein Bild von einem blutigen Unterarm bei. Damit war bei dem Amberger dann aber Schluss mit lustig. Der 22-Jährige informierte sofort die Polizeiinspektion an der Kümmersbrucker Straße, die unverzüglich mit der Dienststelle im 250 Kilometer entfernten Wiesloch Kontakt aufnahm. Zunächst muss in der am Hockenheimring gelegenen Kleinstadt jedoch große Verwirrung geherrscht haben.

Binnen kurzer Zeit stellte sich nämlich heraus, dass die Personalien, die der 22-Jährige angegeben hatte, nicht stimmen konnten. Mit Hilfe einer Handynummer, die die Facebook-Nutzer ebenfalls ausgetauscht hatten, gelang es jedoch, zumindest die Mutter eines der beiden Mädchen ausfindig zu machen.

Bei einer Überprüfung vor Ort deckte sich der ganze Schwindel auf. Die Schülerinnen gaben zu, das Internetprofil gefälscht zu haben. Offenbar waren die Mädchen der virtuellen Freundschaft überdrüssig. Jedenfalls erklärten sie gegenüber den Polizeibeamten in Baden-Württemberg, sie hätten einen Suizid vortäuschen wollen, "um die ganze Sache zu beenden".

"Über das Ausmaß ihres Handelns waren sich die Mädchen offensichtlich nicht bewusst", erklärte Krämer. Die Mädchen seien im Beisein ihrer Eltern "eindringlich belehrt" worden.
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