Amberger Kegler überraschen Bamberger Kegler: Verloren geglaubtes Spiel noch gedreht
Die Sensation ist perfekt

Die Kegler von Zerbst und Bamberg gelten in der Bundesliga als Ausnahmeteams. Beide machen in schöner Regelmäßigkeit den deutschen Meister unter sich aus. Keine andere Mannschaft denkt auch nur im Traum daran, dass sie eine der beiden schlagen könnte. Bis es am Wochenende zum Duell zwischen FEB Amberg und Victoria Bamberg kam.

Am Ende herrschte Sprachlosigkeit in beiden Lagern. Der Bamberger Teamchef Markus Habermeyer gebrauchte dieses Wort, um seine Enttäuschung auszudrücken. Der Amberger Kapitän Andreas Schwaiger konnte ebenfalls nicht fassen, wie sein FEB-Team ein sicher verloren geglaubtes Spiel gegen den hohen Favoriten aus Oberfranken noch herumgerissen hatte. Der 5:3-Sieg (3617:3583) war in der Tat ein neuer Höhepunkt in dieser bislang überaus erfolgreichen Saison der Amberger.

Zeitler glänzt

Im Startpaar hatte ein glänzend aufgelegter Jürgen Zeitler mit der Tagesbestleistung von 640 Kegeln nicht viel Mühe mit Christian Jelitte (587), der dem Amberger vor allem beim Spiel ins Volle nichts entgegen zu setzen hatte. Rainer Sattich hätte den Amberger Start perfekt machen können, denn auch das Bamberger Aushängeschild Nicolae Lupu fand mit 590 Holz nie zu seiner gewohnten Stärke. Doch Sattich brach nach 2:0-Führung ein und musste mit 547 Kegel eine empfindliche Niederlage einstecken. In der Mittelpaarung hatten sowohl Andreas Schwaiger gegen Dominik Kunze als auch Matthias Hüttner gegen Uwe Wagner oftmals gute Möglichkeiten, sich das Duell zu sichern. Doch Schwaiger verlor nach glänzendem Beginn den Faden und unterlag am Ende mit 1:3 (580:603). Hüttner musste nach ordentlichem Auftritt seinen Gegner mit zwei Neunern auf den letzten Würfen auf 2:2 (594:598) davonziehen lassen.

Als im Schlusspaar Wolfgang Häckl gegen Miroslav Jelinek mit 0:2 (276:300) zurücklag und Bernd Klein bei einem fulminanten Angriff (175) von Manuel Weiß (179) gekontert wurde, war der Amberger Rückstand auf über 50 Kegel angewachsen und alles sah nach einem 1:7 aus Sicht der Oberpfälzer aus.

Letzter Trumpf

FEB-Trainer Gerhard Sattich spielte seine letzte Karte und brachte Daniel Beier für Häckl. Damit lag er goldrichtig: Beier übte von Beginn an vehementen Druck auf Jelinek aus, unter dem der tschechische Nationalspieler im Abräumen nachgab. Nebenan nutzte Klein eine Schwächephase von Weiß und plötzlich lag Amberg vor der letzten Bahn sensationell mit zwölf Kegel in Front.

Als Beier das Abräumen des Schlusssatzes mit drei Neunern eröffnete, war klar, dass die Gäste bestenfalls ein 4:4 würden retten können, doch nun ließ auch Klein gegen Weiß nichts mehr zu und holte sich nach einer klasse Vorstellung mit 3:1 (635:617) den Punkt.

Tosender Applaus

Das Duo Häckl/Beier (Beier 345!) kam zu einem 2:2 (621:588)-Erfolg und der Sprachlosigkeit wich sehr schnell ausgelassene Jubelstimmung. Die Anlage am Schanzl hatte unter dem tosenden Applaus des Publikums eine ihrer größten Sensationen erlebt.
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