Amberger Kunstkombinat zeigt "Spirit"
Von Nachtmahr bis Schamott

Michaela Peter, Lilian Kovacs und Marion Mack (von links) laden zur Ausstellung Spirit ins Kunstkombinat. Bild: waj

Wer die nächsten Wochen aufmerksam durch die Neustift läuft, der kann feststellen: Geister schwirren durchs Altstadt-Ei - gute Geister? Schlechte oder dominante Geister? Auf jeden Fall äußerst inspirierende, wie man bei der Ausstellung des Amberger Kunstkombinats feststellen kann, die unter dem Motto "Spirit" - also "Geist" - steht.

Noch bis 29. März zeigen die Künstlerinnen Michaela Peter und Marion Mack hier mit ihrer Gastkünstlerin Lilian Kovacs, wie sie die Seele des fast 500 alten Gebäudes, in dessen Räumen das Kombinat beheimatet ist, "antreibt und umtreibt", wie Peter es selbst formuliert. Alle Assoziationen zum Thema "Spirit" finden ihre Entsprechung in den Werken der Künstlerinnen.

Abstrakte Mischtechnik

Michaela Peter verewigte den "Kombinatsgeist" unter anderem in zwei großformatigen Acrylbildern, auf denen fotorealistisch zwei Fenster des Gebäudes dargestellt sind, durch die helles Licht in den Raum strömt - einladend und freundlich wirken die Bilder, zwischen deren Spannungsbogen die weiteren "Spirits" von Michaela Peter ausgestellt sind: Wenn etwa der "Nachtmahr" sie umtreibt und ihr keine Ruhe lässt, bis sie ihre Empfindungen in abstrakter Mischtechnik auf Papier bringt.

Marion Macks Werke drücken eher die transparente Seite des "Spirits" aus - naturgemäß, denn ihr Werkstoff ist das Glas. Hier finden sich Glasgussarbeiten, die an schmelzende Eisblöcke erinnern, in deren Inneren die Seele des Objekt darauf zu warten scheint ans Licht zu können - wie der Geist aus der Flasche. So auch der Titel eines Werkes: "Spirit in a bottle". Doch auch Mack verewigt eigenes Erleben. In einem alten Fensterrahmen sieht der Betrachter eine zartblaue Glasscheibe, darin eingraviert wolkige Spiralen - so wie Mack es selbst eines Nachts erlebt hat, als sie das Gefühl hatte, der persönliche Spirit ihrer Wohnung komme durch's offene Fenster wieder an seinen angestammten Platz zurück.

Mit der ungarischen Künstlerin Lilian Kovacs haben sich Mack und Peter eine fantastische Ergänzung mit ins Boot geholt: Kovacs Schamott-Arbeiten und Acrylbilder strotzen vor Sinnlichkeit und schwellenden Formen. Drei große Themen fließen in ihr Schaffen ein, wie die Künstlerin selbst erklärt: Beziehungen, die Volksgeschichte ihrer ungarischen Heimat und natürlich auch hier - passend zum Ausstellungsthema - die Inspirationen durch das Kunstkombinat, ihr ganz persönlicher Spirit also, den sie in einer Bildertrilogie verewigt, in denen das Gebäude sozusagen personalisiert wird und seine Bewohnerinnen einzuladen und zu beheimaten scheint.

"Ort will uns"

Andererseits fesselt es sie geradezu an sich und lässt sie nicht mehr los - ein Gedanke, den auch Mack und Peter aufgreifen, wenn sie erzählen, dass sie sich mit dem Gedanken pushen: "Der Ort will uns!" . Und vor allem will er auch viele Besucher: Zu sehen ist diese Ausstellung jeweils von Donnerstag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
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