Amberger Rollstuhlbasketballer bleiben in der Regionalliga - Sieg gegen Tübingen
Abstiegskrimi mit gutem Ende

Sein letztes Spiel für den RSC Amberg war ein ganz besonderes: Durch den 55:39-Erfolg gegen Tübingen machten Sascha Turnhöfer (rechts) und seine Mannschaftskollegen den Klassenerhalt in der Regionalliga perfekt. Der RSC-Center hört aus Verletzungsgründen auf. Bild: Ziegler
Diese Situation wollten die Rollstuhlbasketballer des RSC Amberg eigentlich vermeiden: Doch nach einer Niederlage gegen den RSC Tirol kam es im letzten Saisonspiel der Regionalliga Süd zu einem echten Abstiegsfinale gegen Gastgeber RSKV Tübingen.

Vor dem abschließenden Spieltag war für den Liga-Neuling von Platz vier bis (Abstiegs-)Rang acht alles möglich. Dass es in der ersten Partie gegen den Tabellendritten RSC Tirol schwer werden würde, war den Ambergern klar: "Die haben einige ehemalige Nationalspieler dabei und spielen recht clever. Das ist schon höhere Schule", sagte Jürgen Weiß, Spieler und Vorsitzender des RSC Amberg.

Nicht konsequent genug

Trotzdem führten die Oberpfälzer schnell mit vier Punkten. Die Österreicher hielten dagegen (Weiß: "Die treffen aus allen Positionen") und schafften zur Hälfte des ersten Viertels den Ausgleich. Beide Mannschaft setzten auf Verteidigung, doch die Tiroler hatten beim Abschluss unter dem Korb mehr Erfolg und führten nach dem ersten Durchgang mit drei Punkten. Im zweiten Viertel stellten die Amberger ihre Taktik um, allerdings nicht mit dem gewünschten Erfolg: Der RSC Tirol machte Punkt um Punkt und Amberg gelang einfach nicht der konsequente Abschluss unter dem Korb. Zur Pause lag der RSC mit 21:33 zurück.

Auch danach fanden die Amberger nicht richtig ins Spiel, die Tiroler setzten sich weiter ab und machten Korb um Korb. Da beide Mannschaften intensiv verteidigten, stieg auf beiden Seiten die Foulbelastung und nach Erreichen der Mannschaftsfouls mussten beide Teams immer wieder an die Freiwurflinie. Erst im letzten Viertel fanden die Amberger wieder in die Spur und holten etwas auf - die 45:68-Niederlage konnten sie aber nicht mehr verhindern.

Viel Druck über die Flügel

Da zuvor auch der RSKV Tübingen gegen Tirol verloren hatte (57:58), wurde die Frage nach dem zweiten Absteiger neben Schlusslicht PS Karlsruhe im letzten Saisonspiel geklärt. Um den Klassenerhalt zu schaffen, mussten die Amberger gewinnen. Noch dazu mit sieben Punkten Vorsprung, da sie im Hinspiel mit 51:57 den Kürzeren gezogen hatten. Der RSC machte von Anfang an Druck mit seinen Flügelspielern Christian Domeier, Christian Schafberger und Jürgen Weiß. Die beiden Center Philipp Vogel und Sascha Turnhöfer hatten von Beginn an die Lufthoheit unter dem Korb. Immer wieder wurden die Tübinger dazu gezwungen, von außen zu werfen. Amberg wechselte regelmäßig durch und hielt so das Tempo hoch.

Nach einer knappen 16:10-Führung schafften es die Gäste auch im zweiten Durchgang nicht, sich abzusetzen. Tübingen blieb dran, punktete meist über Schnellangriffe. Zur Pause stand es 33:26 für den RSC. Gewonnen war das Spiel aber noch lange nicht. Es blieb ein Duell auf Augenhöhe, keiner Mannschaft gelang es, sich entscheidend in Szene zu setzen. Das Spiel war geprägt von der Verteidigung. Durch einige Rebounds unter dem gegnerischen Korb erarbeiteten sich die Amberger aber einen kleinen Vorsprung (44:35).

Im letzten Viertel merkte man beiden Teams das hohe Tempo an. Die Amberger nutzten jetzt ihre Größenvorteile aus und ließen ihr Spiel über die langen Akteure laufen. Mit Erfolg: Am Ende hieß es 55:39 - der Klassenerhalt war geschafft. Für die beiden Center Sascha Turnhöfer (Karriereende) und Philipp Vogel (beruflich nach Hamburg), war es das letzte Spiel für den RSC Amberg.
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