Ammerbach kein Jammerbach

Mit der vielfältigen Vegetation ringsum sieht der Ammerbach kurz vor Eintritt ins Segelfliegergelände schon sehr idyllisch aus. Die bereits freigelegte Erdfläche etwa in der Bildmitte zeigt, dass er von hier auf einer Länge von rund 600 Metern quer und mäandernd über die angrenzende Wiese verlegt werden soll. Der künstliche gerade Verlauf, in den der Bach rechts abzweigend einst gezwungen wurde, verschwindet völlig. Bild: Hartl

Im Naherholungsgebiet Fuchsstein hat seit gestern der Bagger das Sagen. Aber keine Angst: Es ist kein zerstörerischer Akt, der hier läuft, sondern eine vorbildliche ökologische Renaturierungsmaßnahme. Der Ammerbach kehrt auf rund 600 Metern in seinen natürlichen Verlauf zurück.

Genauer gesagt ist es das Stück vor der ehemaligen Rammertshofer Mühle, westlich vom Segelflugplatz, das von seinem kanalartigen Zustand befreit wird. Tatsächlich befindet sich hier ein alter Triebwerkskanal, in den der Ammerbach mit praktisch kerzengeradem Zulauf zur alten Mühle einst gepresst wurde. Diese unnatürliche Situation lässt die Stadt in Kooperation mit dem Weidener Wasserwirtschaftsamt nun beseitigen. Dafür war am Montagvormittag Bauauftakt inklusive symbolischem Spatenstich.

Bürgermeister Martin Preuß sprach von einem "sehr schönen Ereignis" und einer "deutlichen Aufwertung für dieses wunderschöne Gebiet". Dabei verhehlte er nicht, dass das Vorhaben an sich "nicht ganz neu ist" - in seiner Ursprungsplanung sogar in die 1990er-Jahre zurückreicht. Umso besser sei es, jetzt endlich damit anfangen zu können, wozu vor allem das Wasserwirtschaftsamt einen wesentlichen Beitrag geleistet habe. Es übernimmt 75 Prozent der Baukosten, und zwar nicht nur für die jetzige Maßnahme, sondern auch für zwei weitere geplante Bauabschnitte. Alle drei zusammen sind mit 600 000 Euro veranschlagt, wovon das Wasserwirtschaftsamt beziehungsweise der Freistaat rund 450 000 Euro trägt.

Der jetzt gestartete Teil von 600 Metern bis zur Rammertshofer Mühle kommt auf 86 000 Euro, wobei die Stadt nach Abzug der Förderung 21 500 Euro zahlt. Dr. Hans Weiß, der stellvertretende Leiter des Wasserwirtschaftsamts, freute sich, dass Amberg hier "Geld in die Hand nimmt" und für andere Kommunen eine "Vorreiterrolle" spielt.
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