Ammerbachtal: Bund Naturschutz kritisiert mögliche Freilauf-Regelung für Vierbeiner
Da liegt der Hund begraben

Freilaufende Hund sind durch ihr arteigenes Stöbern eine besondere Gefahr für Bodenbrüter.
Der Schutz des Ammerbachtals ist bei der Stadtverwaltung "in guten Händen", glaubt Grünen-Stadtrat Hans-Jürgen Bumes. In seiner Funktion als Vorsitzender der Ortsgruppe Amberg-Kümmersbruck des Bund Naturschutz hat er jetzt aber Oberbürgermeister Michael Cerny einen Brief geschrieben - weil der BN einer Regelung, die auf einem Großteil der Wege das Freilaufen von Hunden erlaubt, nicht zustimmen könne. Diese sei weder Grundlage bei der Beratung im Umweltausschuss gewesen noch habe man sie bei der öffentlichen Auslegung des Verordnungsentwurfs kommuniziert.

Bumes nimmt Bezug auf eine Info-Veranstaltung im Rathaus, bei der deutlich geworden sei, "dass die Interessen im zukünftigen Landschaftsschutzgebiet insbesondere zwischen Naturschutz und Nutzung als Hundeauslauf weit auseinander liegen". Die ins Spiel gebrachten Streifen von zehn Metern beiderseits der Wege "wären für den Naturschutz und den Landschaftsschutz verloren". Bumes erläutert in seinem Schreiben an den OB, warum er das so sieht:

Freilaufende Hund seien durch ihr arteigenes Stöbern eine besondere Gefahr für Bodenbrüter unter den Vögeln (zum Beispiel Feldlerche, Schafstelze, Goldammer).

Der empfindliche Magerrasen verkrafte den Nährstoffeintrag durch liegengelassenen Hundekot nicht.

Die Schafe würden einen Bogen um die Hundehaufen machen und so die Ansiedlung von in der offenen Landschaft unerwünschten Pionierpflanzen ermöglichen.

Die Einhaltung der zehn Meter könne erfahrungsgemäß nicht sichergestellt werden. Auch daher sei diese Regelung abzulehnen ("Erlass keine Regelung, die du nicht durchsetzen kannst").

Das Betretungsverbot der landwirtschaftlich genutzten Flächen werde ad absurdum geführt, denn mit den Hunden müssten auch deren Halter zur Aufnahme des Kots ihrer Tiere in den Zehn-Meter-Streifen ("Tun sie dies auch?")

Im Übrigen sei er der Auffassung, unterstreicht Bumes, dass eine weitere grundlegende Beratung im Umweltausschuss und eine erneute öffentliche Auslegung notwendig sein würden, wenn diese Freilauf-Regelung tatsächlich kommen sollte.
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