An die Wand gespielt

Kollektiver Jubel nach dem 3:0: Benjamin Werner, Tobias Wiesner, Torschütze Sven Seitz und Marco Wiedmann (von links) freuen sich über die gelungene Kombination. Bild: ref

Massive personelle Probleme plagten den FC Amberg vor dem Bayernliga-Spiel gegen Ansbach. Trainer Timo Rost musste eine Reihe von Spielern ersetzen und schickte vier Angreifer aufs Feld. Das Ergebnis war sehenswert.

Der FC Amberg hat sich in der Fußball-Bayernliga eindrucksvoll zurückgemeldet. Die Mannschaft von Trainer Timo Rost fegte am Samstag vor 350 Zuschauern den Aufsteiger SpVgg Ansbach mit 7:0 (3:0) aus dem Stadion am Schanzl und leistete damit perfekte Wiedergutmachung für das 1:4 vor einer Woche beim TSV Neudrossenfeld. "Unsere Mannschaft hat die geforderte und erwartete Reaktion nach der Niederlage gezeigt. Gegen Ansbach hat all das funktioniert, was am letzten Wochenende nicht geklappt hatte", sagte Ambergs Sportlicher Leiter Bernd Scheibel.

Eine noch größere Zielstrebigkeit vor dem Tor und noch mehr Konsequenz in der Abwehrarbeit hatte Rost vor der Partie gefordert: "Es kann nicht sein, dass jeder Schuss des Gegners ein Treffer ist und wir selbst hochkarätigste Möglichkeiten auslassen", so Ambergs Coach. Dieses Mal war es anders - die Gastgeber waren konsequent.

Besonders bitter war der kurzfristige Ausfall von Kai Hempel, der am Freitag im Abschlusstraining einen Schlag auf sein Knöchel bekam und somit ebenfalls ersetzt werden musste. Tobias Wiesner, Michael Dietl und Alexander Jobst liefen von Anfang an auf, so dass der FCA gleich vier nominelle Angreifer ins Rennen schickte - was nicht die schlechteste Option war.

Ansbachs Trainer Fredi Skurka musste auf Stammkeeper Florian Körner, verzichten, der sich beim Aufwärmen verletzte. Daniel Himmrich Übernahm den Part im Tor. Die Ansbacher Auswechselspieler hatten noch nicht richtig Platz genommen, da sahen sie schon wie Angriff auf Angriff auf ihr Tor zurollte. Nach vier Minuten klatschte ein Freistoß von Sven Seitz aus 25 Metern an die Latte des Ansbacher Gehäuses. Danach versuchte sich für die wie aufgedreht agierenden Gastgeber Michael Dietl (8.), ehe in der 10. Minute Benjamin Werners Tor und in der 17. Minute der Treffer von Marco Wiedmann jeweils wegen Abseits nicht gegeben wurde. So mussten sich die Fans der Amberger bis zur 26. Minute gedulden, ehe es das erste Mal im SpVgg-Tor rappelte: Seitz hatte sich durchgetankt und legte auf den mitgelaufenen Werner zurück, der aus elf Metern keine Mühe hatte.

Nur 120 Sekunden später dann der nächste Jubel nach dem wohl am schönsten herausgespielten Treffer an diesem denkwürdigen Tag: Nach einer Bilderbuch-Kombination über Jobst, Werner und Dietl vollstreckte Wiesner per Drehschuss aus fünf Metern zum 2:0 - ein Doppelschlag des FC, von dem sich Ansbach nicht mehr erholen sollte. Noch vor der Pause machten die Gastgeber gegen stellenweise überfordert wirkende Ansbacher die Entscheidung perfekt. Einen Einwurf verlängerte Werner per Kopf auf Seitz, der aus ähnlicher Entfernung wie davor Wiesner das 3:0 markierte (36.).

Von den Mittelfranken war nicht nur in der ersten Hälfte, sondern auch in der zweiten kaum etwas zu sehen. "Wir standen auch in der Defensive ungemein sicher und haben kaum Möglichkeiten zugelassen", sagte Scheibel. Wiedmann stand nach einer Werner-Flanke goldrichtig (69.) und machte das 4:0, ehe FCA-Kapitän Michael Plänitz nochmals das Aluminium anvisierte. Werner hämmerte das Leder in der 73. Minute für den bedauernswerten SpVgg-Schlussmann Daniel Himmrich unhaltbar zum 5:0 unter die Latte, Dietl vollendete eine erneut tolle Kombination über den eingewechselten André Karzmarczyk und Jobst zum 6:0 (77.) und Alexander Konjevic köpfte (86.) nach einer Hereingabe von Franck Lincke noch das 7:0 - der höchste Amberger Sieg in der Bayernliga in den vergangenen beiden Jahren.
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