Angemerkt

Brachen mit Potenzial

An die qualmenden Schlote der Firma Baumann erinnert sich wohl nur noch die Generation Ü40. Bis zu 2500 Menschen fanden in der Emailwarenfabrik vor den Toren der Altstadt einst Arbeit. Zwischen dem Marienkrankenhaus und der Dreifaltigkeitskirche staute sich der Lieferverkehr, Warteschlangen bildeten sich an den Pforten. Baumann, das war Ambergs wirtschaftliches Aushängeschild, Identifikationsobjekt für hunderte Arbeiter- und Angestelltenfamilien. Auch wenn die Belegschaft beim Konkurs nur noch aus 113 Mitarbeitern bestand, war der Schock über das Ende des Familienunternehmens damals groß.

Was anfangen mit der aufgelassenen Fabrik mitten in der Stadt? Die Verantwortlichen im Rathaus waren Mitte der 80er Jahre mit einem für Amberger Verhältnisse gigantischen Problem konfrontiert. Heute lässt sich sagen: Der Weg, den die Stadtoberen vor nunmehr fast 30 Jahren eingeschlagen haben, war nicht der schlechteste. Zwar rauchen auf dem ehemaligen Baumanngelände keine Kamine mehr. Doch an Betriebsamkeit auf dem Areal mangelt es nicht. Sicher sind es nicht 2500 Arbeitsplätze, die im Dienstleistungszentrum an der Marienstraße neu entstanden sind. Aber doch weit mehr als 113.

Das Beispiel Baumanngelände zeigt: Die Wiederbelebung einer innerstädtischen Brache ist möglich, wenn Eigentümer und Investoren kooperieren, der Stadtrat mutige Entscheidungen trifft und ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Das lässt hoffen für die Leopoldkaserne, deren Aus die Stadt in einigen Jahren vor ganz ähnliche Probleme stellt.

uli.piehler@derneuetag.de

Im Blickpunkt

Es geht um Parkprobleme

Amberg. (kan) Das Parken rund um die Marienstraße und beim Berufsschulzentrum ist heute Abend Schwerpunktthema in der Bürgerversammlung. Sie beginnt um 20 Uhr im neuen Foyer der Dreifaltigkeitsschule. Behandelt werden insgesamt sechs Anträge. So wünscht sich ein Amberger, an jedem Parkautomaten ein Schild anzubringen, das auf die nächste Toilette hinweist. Gefordert wird wieder einmal Tempo 30 in der Jahnstraße, und zwar im Abschnitt zwischen Baumannstraße und Bergauffahrt.

Ein weiteres Anliegen sind die Bus-Linienführung und der Baustellenverkehr in der Frühlingsstraße während der Erschließung und Bebauung des neues Wohngebiets Drillingsfeld II. Ferner geht es um die Ausweisung angeblich unnötiger Taxistellplätze und den Dreifaltigkeitsfriedhof.
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