Arbeitsagentur wirbt für neues Projekt Triple Win: Es füllt unbesetzte Stellen mit Kräften aus ...
Dreifacher Gewinn: Pflegekräfte aus dem Ausland

Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste in Deutschland haben immer größere Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Eine Möglichkeit, diese Lücken zu füllen, bietet das Projekt Triple Win: In den Partnerländern Serbien, Bosnien-Herzegowina und den Philippinen gewinnen die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) qualifizierte Pflegekräfte für Arbeitgeber in der Bundesrepublik und bereiten sie umfassend auf ihre Tätigkeit in neuer Umgebung vor.

Ossmann freut sich darüber

Die neue Homepage www.triple-win-pflegekraefte.de ist nach Auskunft der beteiligten Fachstellen seit wenigen Tagen online und stellt das Projekt umfassend vor. Sie informiere über Neuigkeiten und lasse Kliniken und Einrichtungen sowie bereits vermittelte Pflegekräfte aus den Teilnehmerländern zu Wort kommen. Vor allem erhielten hier interessierte Arbeitgeber ausführliche Informationen zum weiteren Vermittlungsprozess.

"Auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwandorf gibt es einen hohen Bedarf an Krankenpflegekräften. Auf rund 150 offene Stellen kamen im Juni nur rund 90 arbeitslos gemeldete Bewerber", sagt Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Schwandorf. "Daher freut es uns, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in der Region die Möglichkeit bieten zu können, dringend benötigte Kräfte auch außerhalb der EU zu gewinnen." Zahlreiche Arbeitgeber, vor allem aus Hessen, Baden-Württemberg und Bayern, hätten das Projekt bereits genutzt und wüssten dessen Vorzüge zu schätzen.

Berufsanerkennung läuft

Neben der mehrmonatigen sprachlichen und fachlichen Vorbereitung der Bewerber noch im Herkunftsland wird laut Arbeitsagentur auch der Prozess der Anerkennung ihres im Ausland erworbenen Berufsabschlusses unterstützt. Und auch den Arbeitgebern stehe die Bundesagentur bei der Integration der Fachkräfte vor und nach deren Einreise weiter zur Seite.

"Die Vorbereitung durch den Deutschkurs wie auch der Unterricht über das Pflegesystem und die Krankenpflege hier haben mir geholfen, mich schnell einzugewöhnen", bestätigt laut Presseinformation Marija Milosevic den Wert der Vorbereitungs- und Begleitungsphase. Die Serbin arbeitet demnach jetzt im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg in der Klink St. Hedwig. "Das Ankommen fällt leicht, denn es gibt einen Plan und ich werde umfassend unterstützt", zitiert die Mitteilung die Frau weiter.

Neben der fachlichen und sprachlichen Vorbereitung der Teilnehmer sei Mobilität zu fairen Bedingungen einer der Grundsätze des Triple-Win-Projekts. Bilaterale Absprachen mit den Partnerländern garantierten, dass auch deren Interessen gewahrt blieben und keine dort benötigten Pflegekräfte rekrutiert werden. Während in Deutschland der Bedarf groß sei, fänden in den Partnerländern meist nur wenige Fachkräfte eine Anstellung. Deshalb interessierten sich dort viele motivierte und gut qualifizierte Leute dafür, eine Beschäftigung in Deutschland aufzunehmen.

Alle Beteiligten profitieren

"So profitieren alle Beteiligten von dem Projekt - die Einrichtungen, die neue Mitarbeiter finden, die vermittelten Pflegekräfte sowie deren Herkunftsländer, in denen der hohen Arbeitslosigkeit entgegengewirkt wird", umreißt Joachim Ossmann noch einmal den Hintergrund. Arbeitgeber, die sich für Pflegefachkräfte aus dem Ausland interessieren, erhalten über die erwähnte Homepage oder beim Arbeitgeber-Service ihrer örtlichen Agentur für Arbeit weitere Informationen.
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