Arbeitskreis Gesundheit eröffnet Ausstellung "Krass"
Gelbe Zähne und Stink-Finger

Die Nürnberger Sozialpädagogin Ursula Kindermann (rechts) führte kurz durch die Ausstellung Krass, die auf die Gefahren des Rauchens hinweist. Mit im Bild Sozialreferent Dr. Harald Knerer-Brütting, AOK-Direktor Wolfgang Händlmeyer, Bürgermeister Martin Preuß, Karin Meixner-Nentwig und Dr. Andreas Urban (von links). Bild: gf

Lässig mit der Kippe im Mundwinkel mit Freunden abhängen. Wenn Jugendliche das machen, ist prinzipiell nichts dagegen zu sagen, aber das mit dem Rauchen in jungen Jahren sollten sie bleiben lassen. Zigaretten sind mittlerweile total uncool, ungesund sowieso, verursachen schlechten Atem und noch viel mehr.

(gfr) "Das Amberger Bündnis für Familien und dort besonders der Arbeitskreis Gesundheit befasst sich damit, dass Kinder schon frühzeitig mit dem Rauchen anfangen", betonte Karin Meixner-Nentwig am Montag im Jugendzentrum bei der Eröffnung der Ausstellung "Krass". Sie soll Jugendlichen die Folgen des Rauchens vor Augen führen. Die Resonanz ist gewaltig: Für das vom Nürnberger Jugendamt konzipierte Info-Projekt haben sich schon 15 Schulklassen der 5. und 6. Jahrgangsstufen mit zusammen mehr als 300 Schülern angemeldet.

Bürgermeister Martin Preuß hob die Bedeutung dieser Ausstellung heraus: "Die Stadt Amberg dankt den Verantwortlichen des Arbeitskreises Gesundheit und der Kinderschutzbund-Vorsitzenden Karin Meixner-Nentwig sowie AOK-Direktor Wolfgang Händlmeyer, dass sie sich dieses Themas derart intensiv angenommen haben."

Drastisch waren die Zahlen, mit denen Dr. Andreas Urban, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Leiter der Kinder- und Jugend-pneumologischen Ambulanz, auf die Folgen des Rauchens hinwies. In Deutschland würde ein Viertel der Bevölkerung zum Glimmstängel greifen. Davon wollten etwa 70 Prozent aufhören, nur 5 Prozent gelänge tatsächlich der Ausstieg. "Nachgewiesen ist, dass täglich 400 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben, auf das Jahr hochgerechnet also 146 000. Das sind so viele Leute, wie in 3600 Schulbusse passen." Tabakrauch enthalte Schadstoffe wie bluttoxische, neurotoxische, karzinogene und reizende Substanzen, die zu optischen Veränderungen beim Menschen führen können. Einfacher gesagt: Rauchen macht gelbe Zähne, stinkende Finger sowie Kleidung und schlechten Atem. Schwerwiegender einzustufen seien laut Dr. Urban Potenzprobleme, Osteoporose, Bluthochdruck, Asthma sowie die gravierenden Folgen Raucherlunge, Herzkrankheiten, Schlaganfall und Schädigung von Nieren und Leber.

Verschiedene Krebsarten würden sich auf der Raucherstraße, dem Weg des Rauches durch den Körper, ansiedeln: Rachen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Lungen- oder Magenkrebs. Weitere Risikofaktoren seien Leberzirrhose, Magen-Darm-Geschwüre, ein geschwächtes Immunsystem, die vorzeitige Hautalterung und altersbedingte Makuladegeneration, eine häufige Ursache für Erblindung.

Ursula Kindermann, Sozialpädagogin am Jugendamt in Nürnberg, formulierte als Ziel der Ausstellung: "Jugendliche sollen angeregt werden, über ihre Gesundheit nachzudenken und sich dann dafür entscheiden, gar nicht mit dem Rauchen zu beginnen oder wieder aufzuhören." Als Zusatzinformation gibt es für Besucher eine Begleitbroschüre.
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