Arroganz der Macht schadet
Angemerkt

Okay, 500 000 Euro sind viel Geld für eine klamme Kommune. Aber es kann doch nicht sein, dass daran die Entwicklung der Stadt scheitert. Nichts weniger wäre nämlich der vorzügliche Plan von Wilhelm Daller gewesen: eine Weiterentwicklung des Klinikums und Ambergs, das zu einer Akut- auch eine Reha-Klinik in seinen Mauern beherbergen hätte können. Neben dem Renommee wären viele Arbeitsplätze entstanden - da hat Daller im Rückblick völlig recht. Eine Chance, die letztendlich wegen einer halben Million Euro vertan wurde. Eine Summe, die sonst schon für eine Straßensanierung ausgegeben wird.

Ähnlich läuft es ja beim Forum: Auch hier geht es letzten Endes nur um den Preis, den die Stadt bereit ist, zu zahlen, um dem Eigentümer die Immobilie abzunehmen. Würde sie sich hier bewegen, könnte endlich ein Schandfleck mitten in der Altstadt beseitigt werden, der bis heute wegen einer Preisfrage akzeptiert ist. Fragt sich langsam, wo die Schande liegt: Vielleicht auf Ebenen, wo solche Entscheidungen getroffen werden, die nicht das Gesamte im Blick haben, nicht über den Tellerrand hinausschauen.

Wenn man weiß, dass über die fehlende halbe Million in Sachen BWK auf Verwaltungsseite entschieden und der Stadtrat darüber nur informiert wurde, schwillt einem der Kamm doppelt. Da könnte man schon fast von Arroganz der Macht sprechen, die eine Zeitlang im Rathaus herrschte.



Im Blickpunkt Aus Herzblut wird blutendes Herz

Amberg. (ath) "Ich hab' mein Herzblut da reingesteckt", sagt Wilhelm Daller zu seinem Konzept fürs BWK. Jetzt blutet sein Herz, wenn er die Entwicklung der Liegenschaft sieht - nicht nur wegen der Insolvenz der Golden Gate GmbH. Auch was bisher auf dem Areal realisiert wurde, sind nach Ansicht des Ex-Klinikumsvorstands "nur Notlösungen". Es sind zwar Siemens, das San-Zentrum der Bundeswehr und einige neue Wohnungsinhaber gekommen, aber im Grunde "sind so bislang doch nur die Nebengebäude genutzt", skizziert Daller. Der einst für rund 30 Millionen Euro gebaute Kerntrakt mit modernen OP-Sälen sowie weite Teile des Bettenhauses lägen brach.

Dass die einst von Golden Gate fürs ganze Gelände geplante Endoprothesen-Spezialklinik für reiche Patienten nicht klappte, war dem Ex-Vorstand und seinem Weidener Pendant Josef Götz klar. Beide hatten abgelehnt, sich an dieser Idee zu beteiligen. Tatsächlich wurde sie nie Realität.
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