Asylgipfel mit Oberbürgermeistern und Landräten
10 800 Flüchtlinge in die Oberpfalz

Jeder hat seine Situation vor Ort geschildert.
Es hat schon mehrere Gespräche dieser Art gegeben: Drei Stunden dauerte am Montagnachmittag ein Asylgipfel in Regensburg mit den Oberbürgermeistern und Landräten. Eigentlich hätte dieses Treffen zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden sollen. Laut Ambergs OB Michael Cerny hatte der Amberg-Sulzbacher Landkreis-Chef Richard Reisinger aber wegen der aktuellen Lage Regierungspräsident Axel Bartelt gebeten, sich schon jetzt zusammenzusetzen. Nach Hause mitgebracht hat Cerny unter anderem folgende Erkenntnis: "Wir müssen davon ausgehen, dass sich die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen verstetigen wird."

Derzeit 73 Menschen

Für die Stadt Amberg bedeutet dies: Sie ist hier weiterhin gefordert. Zumal die Bezirksregierung mitgeteilt habe, dass für heuer in der Oberpfalz mit rund 10 800 Flüchtlingen zu rechnen ist. In Amberg haben in den Sporthallen der Barbara- und der Willmannschule nach Angaben von Rechtsreferent Dr. Bernhard Mitko derzeit 73 Menschen eine vorübergehende Bleibe gefunden. Es sei das Bestreben des Regierungspräsidenten, berichtete Cerny, von den Turnhallen als Notquartieren wegzukommen. Kurzfristig könne man dort Leute hinschicken, langfristig sicherlich nicht.

Der Oberbürgermeister wartet schon jetzt sehnsüchtig auf die Inbetriebnahme der Landwirtschaftlichen Berufsschule in der Adalbert-Stifter-Straße als Erstaufnahmestelle für bis zu 200 Personen. Als ins Auge gefassten Termin nannte Cerny den 1. November. "Parallel suchen wir auch andere Liegenschaften", sagte er am Dienstag unserer Zeitung.

Die Frage der Kosten

Cerny zufolge haben die Oberpfälzer Oberbürgermeister und Landräte den Regierungspräsidenten gebeten, an geeigneter Stelle auf die finanziellen Belastungen hinzuweisen, die die Kommunen in Sachen Asyl zu tragen hätten. "Wir haben einen erhöhten Personalbedarf in den verschiedensten Bereichen und hohe Kosten", hielt Cerny fest. Auch bei den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen werde der Ansturm nicht abebben. Der OB: "Wir gehen davon aus, dass die Zahl noch steigen wird bis Ende des Jahres."
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