Auch die Bundeswehr braucht künftig Nachwuchs - Jahresabschluss und Neujahrsempfang der ...
In hartem Wettbewerb mit der Wirtschaft

Auf uns kommen Aufträge zu, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können
Sicher gut gemeint hat es André Bodemann, der Kommandeur der Panzerbrigade 12, als er den sonst zum Jahresbeginn vorgesehenen Neujahrsempfang mit einem Jahresrückblick verband. Aber dass dann am Donnerstag die zahlreich geladenen Gäste nicht im verschneiten Weihnachtsmarkt, sondern "im Regen" stehen mussten, lag außerhalb der Verantwortung des Standortältesten. Neue Herausforderungen werden auf die Panzerbrigade zukommen, "die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können", kündigte Bodemann an.

Schönste Kaserne Bayerns

Zahlreiche politische Mandatsträger aus Kommunen, Land und Bund, Militärgeistliche sowie ranghohe Offiziere der Bundeswehr und US-Streitkräfte aus Hohenfels, Grafenwöhr und Vilseck waren der Einladung der Panzerbrigade 12 in die "schönste Kaserne in ganz Bayern" gefolgt, der Heimat des 3. Königlich Bayerischen Feldartillerieregiments "Prinz Luitpold", betonte Oberst Bodemann.

100 Jahre bewegte Geschichte habe die Leopoldkaserne hinter sich, eine Vielzahl von Einheiten der Bundeswehr seien in dem denkmalgeschützten Ensemble bereits stationiert gewesen und seit 1994 sei die Kaserne Heimat des Stabes der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz". Der Leopoldkaserne und vor allem der Stadt Amberg wünsche er, so André Bodemann, dass eine ebenso erfolgreiche Konversion erzielt werden könne, wie es mit der KWK gelungen sei. In seiner Rückschau betonte der Brigadekommandeur, dass zahlreiche Soldaten der Brigade das Weihnachtsfest nicht mit der Familie verbringen konnten, aber nach Beendigung aller Einsatzaufträge seien Regeneration und Ausbildung im Vordergrund gestanden. In der jüngst herausgegebenen strategischen Botschaft des Heeres heiße es, "wir können kämpfen und führen am Boden die Entscheidungen herbei", so Oberst Bodemann. Dafür müsse für klassische Operationsarten wie Angriff und Verteidigung weiterhin ausgebildet und geübt werden. Bei der Auflösung des Fernmeldebataillons 4 in Cham und der gleichzeitigen Aufstellung der Fernmeldestaffel und der Fernmeldekompanie der Brigade hätten alle Standort- und Versetzungswünsche berücksichtigt werden können.

Nach aktuellem Stand werden 1000 bis 1200 Soldaten der Brigade im zweiten Halbjahr 2015 in Afghanistan, im Kosovo und zur Unterstützung der Luftwaffe in der Türkei eingesetzt. Freiwillige der Brigade hätten humane Hilfe gegen Ebola in Afrika geleistet. Inwieweit die Bundeswehr den Kampf gegen die menschenverachtende Terrormiliz Islamischer Staat mit militärischem Gerät oder Ausbildung der Peschmergakämpfer unterstütze, werde aktuell politisch debattiert. Möglich sei eine weitere Beteiligung der Bundeswehr an OSZE-Missionen in der Ukraine, sicher aber sei die Teilnahme an der von der Nato beschlossenen schnellen Eingreiftruppe.

Oberst Bodemann betonte, dass trotz aller Einsätze rund 70 Prozent des Brigadepersonals an ihren Standorten verbleiben würden. Die Personallage schätzte ihr Kommandeur gut ein, jedoch dürfe die Nachwuchswerbung gerade für die Mannschaftsdienstgrade nicht vernachlässigt werden. Hier stünde die Bundeswehr im harten Wettbewerb mit der Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst.

Weihnachtsmarkt im Regen

Die Welt sei voll mit Zeichen, die auf Gott hinweisen, meinte der katholische Militärgeistliche Johannes Maria Lang, gut beschirmt von seinem evangelischen Amtskollegen Gunther Nagel, bevor Smalltalk bei Glühwein und aufwärmenden Getränken am militärischen Weihnachtsmarkt angesagt war.
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