Auch Freunde klopfen an

Kein Einlass für die Gäste in die Stadt, ohne höfliche, an die Amberger Stadtwache gerichtete Anfrage am Wingershofer Tor. Bilder: Steinbacher

Beim nächsten Mal steht das Jubiläum einer seit 50 Jahren bestehenden Freundschaft an. Beim 21. Treffen der Schützen Kleinraigering mit den Kollegen aus Kranj, kamen die Slowenen gerade noch rechtzeitig.

Raigering. Einige waren schon nervös geworden, doch um 13.30 Uhr trafen am Freitag die Mitglieder des befreundeten Vereins pünktlich wie die sprichwörtlichen Maurer am Schützenhaus an der Immenstetter Straße ein. Oberschützenmeister Werner Koller begrüßte sie dort, und sein slowenischer Amtskollege Franci Strnisa war sichtlich erfreut und erleichtert, es noch rechtzeitig geschafft zu haben. Bis zur publikumswirksamen Begrüßung mussten sich alle noch etwas gedulden.

Förmlich angeklopft

Die stand am Wingershofer Tor an, und die Gäste mussten symbolisch anklopfen, damit ihnen die Bürger von Amberg Einlass gewährten. Die Amberger Stadtwache und die Stadtpfeifer ließen aber keine Zweifel aufkommen, dass die Schützen aus Südosteuropa - unter ihnen auch eine Abordnung der Stadt Kranj mit Bürgermeister Bostian Trilar an der Spitze - willkommen seien.

Mit Musik und Trommelbegleitung setzte sich danach eine beachtliche Marschformation über den Rossmarkt und die Georgenstraße zum Rathaus in Bewegung. Dort wurde der Zug von Oberbürgermeister Michael Cerny begrüßt und in den großen Rathaussaal zu einem Empfang der Stadt Amberg gebeten. Seine Begrüßung verband der OB mit dem Hinweis, dass es weniger auf die bloße Tatsache als die herzliche Verbundenheit der Menschen, die hinter dieser internationalen Freundschaft stünden, ankomme. Cerny skizzierte vor dem Hintergrund der Stadtgeschichte den seiner Ansicht nach besonderen Reiz Ambergs, als eine Stadt, die im Mittelalter durch Förderung und Verarbeitung von Eisen sowie Handel mit Salz zu Reichtum gekommen sei und sich heute als ein moderner Standort namhafter Industrie und vielfältig lebendiger Bildung präsentieren könne. 5000 Arbeitsplätze allein bei Siemens und 10.000 Schüler beziehungsweise Hochschüler bei rund 40.000 Einwohnern würden diese Entwicklung markieren, während Amberg als Garnisonsstadt keine Zukunft mehr beschieden sei. Die letzten Soldaten würden wohl bald die Stadt verlassen.

Jubiläum steht an

Auf die weitere künftige Zusammenarbeit freute sich bereits Bürgermeister Bostian Trilar. Oberschützenmeister Werner Koller stellte fest, dass dieses 21. Treffen der beiden Vereine beweise, dass und wie dauerhaft Sport verbinde. Und Franci Strnisa verwies darauf, dass beim nächsten Treffen bereits das 50-jährige Jubiläum dieser freundschaftlichen Verbindung gefeiert werden könne. Nach dem Eintrag in das Gästebuch der Stadt ging es zurück zum Schützenheim, zum geselligen Teil dieses Treffens.
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