Auch Kunden drehen Runden

Während auf der kostenlosen Freifläche die Autos teilweise gar nicht mehr um die Kurve kommen, sind zeitgleich in der vierten Ebene des Parkdecks 14 Stellplätze frei. Dort kosten fünf Stunden einen Euro. Bild: Steinbacher

Markus Kühne sagt deutlich: "Wir müssen hier den Parkdruck rausnehmen." Oberhalb des Klinikums ein Deck zu bauen, sei aber sehr schwierig. Rund um die Marienstraße kann sich der Baureferent dennoch bis zu 1000 neue Stellplätze vorstellen. Ist es tatsächlich so schwer, in diesem Teil Ambergs zu parken? Wir haben es getestet.

Nur noch zehn Minuten. Der 10-Uhr-Termin im Klinikum rückt immer näher. Die Zeit drängt und ein Parkplatz ist nicht in Sicht. Die gefühlt etwa 30 Stellflächen entlang des Mariahilfbergwegs sind ausnahmslos besetzt. Auch der untere Parkplatz gegenüber der Bäckerei ist rappelvoll. Klar, es gibt noch die Alternativen unterhalb der Destouchesstraße - aber so weit laufen? Es muss doch auch einen kürzeren Weg geben. Fehlanzeige!

Selbst der Geheimtipp, das Auto gegenüber von St. Marien in der Von-der-Sitt-Straße abzustellen, scheitert grandios. Ein Anwohner, der gerade seinen Abfall entsorgt, macht höflich, aber bestimmt darauf aufmerksam, dass es sich um private Parkplätze handelt: "Wir zahlen jeden Monat dafür." Ein kleines, im ersten Moment kaum wahrnehmbares Schild gibt dem Mann recht.

Für Kunden reserviert

Also geht die Suche weiter. Das Marienparkdeck: voll! Die Freifläche daneben: mehr als voll. Teilweise stehen die Autos in den Kurven und auf den Grünanlagen. Gleich nebenan ragt das neue Dienstleistungsgebäude hervor. Wo Geschäfte sind, müssen auch Parkplätze sein. Stimmt. Doch die sind für Patienten und Kunden reserviert. Wieder nichts!

Zum Glück gibt es den nahe gelegenen Getränkemarkt. Nicht zu übersehende Schilder weisen darauf hin, dass nur Kunden hier stehen bleiben dürfen. Wer das nicht ist, kann abgeschleppt werden. Die Stellenanzeige an der Eingangstür ("Marktleiter gesucht") hilft aber bei der Entscheidung, das Risiko einfach einzugehen. Denn die Kurzzeitparkplätze entlang der Marienstraße (30 Minuten) reichen bei einem Besuch im Klinikum natürlich bei weitem nicht aus.

Vier Stunden später stellt sich die Situation an gleicher Stelle etwas anders dar. Die Schotterpiste hinter der Agentur für Arbeit ist wegen der Altlastensanierung auf dem ehemaligen Baumanngelände auch nachmittags tabu. Ansonsten dauert es aber nicht allzu lange: Im Parkdeck sind tatsächlich Plätze frei. Nicht in der untersten Ebene, aber in den Etagen darüber. Die Chancen steigen, je weiter man fährt. Sind in den Ebenen 2 und 3 die Lücken noch an einer Hand abzuzählen, so kommt einem Etage 4 wie ein Parker-Paradies vor: Um 14.30 Uhr sind 14 Plätze frei. Das scheint nicht allen Autofahrern bewusst zu sein, denn im Freien ist der Parksuchverkehr im Vergleich zum Vormittag nicht weniger geworden.

Stellt sich nur noch die Frage nach der Bezahlung: Vorne, bei der Einfahrt, lässt eine aus anderen Garagen bekannte Vorrichtung darauf schließen, dass ein Knöpfchen zu drücken und ein Ticket abzuziehen ist. Kein Knopf. Keine Karte. Dafür der fragende Hinweis: Parkschein gelöst? Tatsächlich befindet sich ein Automat ganz hinten im Eck. Eine Stunde kostet 50 Cent, fünf Stunden einen Euro und zehn Stunden sind für zwei Euro zu haben. Das ist günstiger als erwartet. Vorsicht ist allerdings geboten: Im Erdgeschoss ist die Parkdauer auf maximal fünf Stunden begrenzt.

Beim Handy aufpassen

Auch wer mit dem Handy bezahlt, muss aufpassen. Wer sein Kennzeichen per SMS versehentlich nicht an die 922240, sondern an die 92224 schickt, zahlt den Innenstadt-Tarif, und wird dennoch ab der ersten Minute zum Falschparker. Dann lieber ein paar Meter gehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.