Auf dem Weg zum bunten Mix

Martin Seits (Vierter von rechts) zeigte auf der Karte, dass der Amberger Stadtwald nicht nur um den Mariahilfberg, sondern auch im Landkreis zu finden ist. Bild: hae

Nur ein paar Schritte, dann sind die Wagrainer und Ammersrichter im Wald. Sie nutzen das Areal zur Naherholung, machen sich aber angesichts der Rodung im Industriegebiet Nord auch Sorgen.

Deshalb hat die Aktionsgemeinschaft Wagrain-Ammersricht eine Begehung durch den Wagrainer Wald angeboten. Martin Seits, Leiter des städtischen Forstamtes, erläuterte die Vorstellungen seines Amtes hinsichtlich der Bewirtschaftung des Waldes unter Berücksichtigung des Klimawandels. Vorrang habe bei allen Maßnahmen die Nachhaltigkeit: Aus dem Wald soll durch die forstwirtschaftliche Nutzung nicht mehr herausgenommen werden, wie jährlich nachwächst.

Das Amberger Forstamt bewirtschaftet insgesamt 2200 Hektar Wald, der sich nicht nur am Mariahilfberg, sondern zum Großteil im Landkreis befindet. Seits erklärte den Forstwirtschaftsplan, der eine Zeitspanne von 20 Jahren umfasst und die Reviere mit Jungbestandsflächen über Jungdurchforstungen bis zu Flächen mit langfristigen Behandlungen dokumentiert. Die Einnahmen für diese Maßnahmen würden mit dem Einschlag von zirka 10 000 Festmeter Nutzholz jährlich erzielt.

Den Umbau der städtischen Wälder erklärte der Experte so: Die Fichte bleibt als "Brotholz" auch künftig vertreten, selbst wenn die Klimaerwärmung ihr als Flachwurzler zu schaffen machen werde. Ebenso werde die Kiefer nicht verschwinden. Wo sich durch kleinere Rodungen, Durchforstungen und Windbruch Möglichkeiten böten, würden diese Baumarten durch klimarobustere Arten wie Tanne, Douglasie oder Lärche sowie durch Laubbäume (Eiche, Buche oder Birke) ersetzt. Selbst Linde oder Ahorn würden nicht vergessen. Seits sieht den Wald um den Mariahilfberg auf dem Weg zu einem bunten Mix von Nadel- und Laubbäumen mit einer gesunden Mischung von jung und alt. Durch den Spaziergang wissen die Teilnehmer jetzt, dass Totholz Nahrung für die Bäume ist und nicht jeder dürre Baum umgesägt wird, weil er für die Tier- und Pflanzenvielfalt von Bedeutung ist.
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