Auf Diebstahl aus Umkleidekabinen spezialisiert - Bewährungsstrafen für zwei Angeklagte, vier ...
Sportheim-Einbrecher: "Das war ein großer Fehler"

Zwei waren spielsüchtig, der Dritte brauchte Geld für Essen und Kleidung. So kam es im Sommer 2014 zu einer Serie von Sportheim-Einbrüchen und Diebstählen in Umkleidekabinen. In Steinberg bei Schwandorf war schließlich Endstation für das nun vor Gericht geständige Trio.

Einer war immer mit dabei. Der 26-jährige Amberger ging teilweise allein auf Diebestour, nahm wechselweise auch zwei Freunde aus dem Kreis Amberg-Sulzbach mit. Die Fahrten führten weit herum, wie man der Anklageschrift von Staatsanwältin Daniela Spieß entnehmen konnte. Vor dem Amberger Jugendschöffengericht verlas sie eine Serie von zehn Straftaten, die in den Sportheimen von Fußballclubs begangen wurden.

Warum in Sportheimen? Die drei Täter, allesamt Fans des FC Nürnberg und selbst aktive Kicker, kannten die Sportplätze in ihrer Umgebung, sie waren vertraut mit örtlichen Gegebenheiten. Die Serie von Diebstählen und Einbrüchen begann am 12. Mai 2014 beim SV Hahnbach, wo während eines Trainings 730 Euro aus Kleidungsstücken entwendet wurden, die in der Kabine lagen.

Die Reihe setzte sich fort mit einem Einbruch ins Sportheim des FC Großalbershof. Dort kamen nach dem Aufhebeln zweier Fenster 100 Euro abhanden. Beim FV Vilseck wurden aus der Kabine 355 Euro geklaut. Schlimmer erging es dem SV Raigering. In dessen Vereinsgaststätte am Pandurenpark wurde gewaltsam vorgedrungen. Die Bilanz: 250 Euro Beute, über 2000 Euro Sachschaden. Lediglich 55 Euro kamen danach bei einem Kabinendiebstahl bei der DJK Ammerthal auf die Verlustrechnung.

Beim Training geplündert

Auch in den Landkreis Schwandorf fuhren zwei der Täter. Beim TV Wackersdorf wurden aus Umkleidekabinen 630 Euro mitgenommen, und bei der DJK Steinberg fehlten nach dem gewaltsamen Eindringen rund 600 Euro aus dem Sportheim. Als Geschädigte kamen auch die DJK Gebenbach, der ESV Amberg und der FC Amberg in die Akten. Dort wurden ebenfalls Geldbörsen geplündert, die während der Trainingseinheiten in den Kabinen lagen.

"Man machte es ihnen relativ leicht", sagte später einer der Anwälte. Denn die Türen der Umkleideräume waren unverschlossen. Vor Richter Peter Jung legten die drei Beschuldigten umfassende Geständnisse ab. Dennoch wurde über viele Stunden hinweg verhandelt und jede noch so kleine Einzelheit geklärt. Es schälte sich heraus: Der 26-jährige Amberger war immer mit dabei, seine beiden Freunde, 21 und 24 Jahre alt, kamen nur gelegentlich mit. Heute sind sie der Ansicht: "Das war ein großer Fehler." Doch wegen ihrer Sucht, an Automaten zu spielen, waren sie auf der Suche nach Geld.

Das Gericht orientierte sich weitgehend an den Strafanträgen der Staatsanwältin. Es entsprach aber auch den Forderungen der Verteidiger Michael Schüll, Ekkehard Zink und Manuela Luttenberger nach Ahndungen, die künftige Lebenswege nicht verbauen. Der Haupttäter bekam 20 Monate Haft mit Bewährung, er muss 180 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Sein 24 Jahre alter Mittäter erhielt elf Monate mit Bewährung, er muss eine Geldauflage an die Familienhilfe zahlen.

Ein Jahr in keine Spielhalle

Der dritte Angeklagte, 21 Jahre alt und aktiv nur beim Einbruch in Raigering dabei, muss vier Tage in den Jugendarrest. Er darf ein Jahr lang keine Spielhallen betreten und hat dem Raigeringer Sportheimpächter Schadenersatz zu leisten. Außerdem muss er sich zur Beratung in eine Fachambulanz begeben.
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