Auf Eis und Marmor

Es ist wieder Derby-Zeit in der Eishockey-Landesliga: Am zweiten Weihnachtsfeiertag muss der ERSC Amberg zum alten Rivalen EV Pegnitz - und der setzt in seinem Freiluftstadion auf einen ungewöhnlichen Untergrund.

Pegnitz ist nicht nur amtierender Meister sondern auch aktuell schon wieder die erfolgreichste Mannschaft der Liga. Zwar liegen die Bad Kissinger Wölfe in der Tabelle noch einen Zähler vor Pegnitz, doch haben sie bereits vier Begegnungen mehr ausgetragen als die IceDogs - und auch vier Niederlagen mehr auf dem Konto. Am vergangenen Wochenende haben sich die Pegnitzer mit einem 16:1 gegen Regensburg schon mal so richtig warm geschossen und es sich dabei gegönnt, mit Marcus Schwindl und Sergej Hausauer die beiden Topscorer zu schonen. Dafür sprangen mit Zeilmann, Schmidt und Runge andere torgefährliche Stürmer ein.

Das Prunkstück war im Meisterjahr die Abwehr des EVP, wo auch heuer Marco Zimmer und der italienische Junioren-Nationalspieler Stefan Ramoser Dreh- und Angelpunkte sind, verstärkt nun mit dem Ex-Amberger Markus Hausner. Die aktuelle Bilanz der Mannschaft von Trainer Vaclav Drobny ist schon beeindruckend: Seit dem 1:3 im ersten Spiel beim ERV Schweinfurt haben die IceDogs alle elf folgenden Begegnungen gewonnen bei einem Torverhältnis von 76:24. Und wenn man schon einmal bei Zahlenspielen ist, die sprechen eindeutig gegen den ERSC Amberg, der bei seinen Gastspielen in Pegnitz in schöner Regelmäßigkeit auch die Punkte in Oberfranken ließ. Fast ist man geneigt den Löwen zu empfehlen, die Zähler per E-Mail nach Pegnitz zu schicken, aber das widerspricht natürlich der Kämpfernatur von ERSC-Coach Stefan Ponitz, selbst viele Jahre aktiv bei den IceDogs.

Die Ausbeute seiner Truppe kann sich in der diesjährigen Landesliga auch eindeutig sehen lassen, bei zehn Siegen in dreizehn Partien. Was man bei den Löwen öfter etwas vermisst, ist die Konstanz - über einen längeren Zeitraum oder einfach mal für ein ganzes Spiel. Das ist schon beinahe wie bei einer Wundertüte: Man weiß nie, was da gerade rauskommt. Das spielerische Potenzial ist allemal ausreichend, um auch gegen die Top-Teams der Liga bestehen zu können. An Einsatz, Einstellung und Konzentration sollte es bei diesem prestigeträchtigen Derby nicht fehlen, aber auch einen Schuss mehr Cleverness bräuchten die Löwen, um aus ihrer Außenseiterrolle das bestmögliche zu erreichen.

Gesperrt ist bei den Ambergern niemand, Verletzte wurden bis Anfang der Woche auch nicht gemeldet. Ein Faktor könnten unter Umständen die Verhältnisse im Pegnitzer Freieisstadion sein, bei den aktuellen Temperaturen. Allerdings hat man vor Ort in diesem Jahr dem Eis Marmorstaub untergemischt, um eine höhere Stabilität zu gewährleisten. Sicher gewöhnungsbedürftig, aber Spiel entscheidend sollte dies nicht werden. Der Anpfiff der Begegnung ist am Freitag, 26. Dezember, um 19.30 Uhr.
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