Auf Nummer sicher

Im Oktober 2011 zogen die Bewohner in den Neubau an der Schlachthausstraße, seit Juli vergangenen Jahres ist das ehemalige Bürgerspital-Gelände eine Brache. Am Freitag vermeldete die Stadt, dass sie das 4429 Quadratmeter große Grundstück zwischen Ring-Theater und Forum verkaufen möchte. Bilder: Steinbacher, Huber

Die Stadt begibt sich auf Neuland. Zum ersten Mal sucht sie europaweit nach einem Käufer für das, was Politiker gerne "Filetstück in der Altstadt" nennen. Beim 4429 Quadratmeter großen ehemaligen Bürgerspital-Areal gibt es keine Denkverbote. Einen Fehler wollen sie im Rathaus aber unbedingt vermeiden.

(tk) OB Michael Cerny weiß genau, dass jeder potenzielle Interessent die Altstadt ausführlich unter die Lupe nehmen wird: "Wer sich damit beschäftigt, wird sofort diesen Leerstand sehen." Gemeint ist damit das Forum, das seit 7. Dezember 2005 der Immobiliengesellschaft RMI von Manfred Reichholf gehört. Fast zehn Jahre sind vergangen. Im Fall des ehemaligen Bürgerspital-Geländes würde die Stadt am liebsten maximal zehn Monate warten wollen, bis sie Vollzug melden kann.

Im ersten Quartal nächsten Jahres soll das Areal laut Cerny am besten schon verkauft sein. Der vorgegebene zeitliche Rahmen sei keineswegs zu eng gesteckt: "Die Leute, sie sich bewerben, sind professionelle Entwickler, die derartige Konzepte schon öfter umgesetzt haben." Doch auch Manfred Reichholf hatte vor dem vom Insolvenzgericht erteilten Forum-Zuschlag vergleichbare Projekte verwirklicht. Um nicht wieder das Nachsehen zu haben und zum Zuschauen verdammt zu werden, wird die Stadt laut Kämmerer Franz Mertel eine ganz spezielle Klausel einbauen lassen, die Cerny recht einfach auf den Punkt bringt: "Wer das beste Konzept liefert, soll es auch realisieren dürfen. Aber auch müssen."

In der 36-seitigen Hochglanzbroschüre, mit der Amberg das zu verkaufende Gelände bewirbt, steht: "Die Verträge werden unter anderem eine Bauverpflichtung, ein Wiederkaufsrecht für das Grundstück und eine angemessene Sicherheitsleistung in Form einer selbstschuldnerischen Bankbürgschaft enthalten."

Zu den Vorgaben gehört laut der Verkaufsunterlagen, dass eine Tiefgarage mit etwa 170 Stellflächen zu errichten ist. Die Interessenten werden zudem darauf hingewiesen, dass sich auf dem Grundstück mit der 260 Quadratmeter großen Spitalkirche ein Gotteshaus befindet, das in die Überlegungen einzubeziehen ist, gegebenenfalls aber auch eine andere Nutzung erhalten könnte.

Die Kirche gehört zu den 15 Kriterien, die in jeder Bewerbung bewertet werden. Insgesamt sind 360 Punkte zu vergeben. Am höchsten notiert wird die Attraktivitätssteigerung der Altstadt (50), der Kaufpreis fließt mit 25 Punkten ein.
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