Auf Plakaten vor Hitler gewarnt
Verstorben

Amberg. (tk) Er galt als einer der ältesten und treuesten Sozialdemokraten Deutschlands: Ernst Hubena k aus dem Dreifaltigkeitsviertel war 1929 als 15-Jähriger der SPD beigetreten - zu einer Zeit, als die Genossen zunehmend von den Nationalsozialisten unter Druck gesetzt wurden. Hubenak verstarb vor Kurzem im Alter von 100 Jahren. Der Trauergottesdienst beginnt heute um 14 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche, danach folgt die Urnenbeisetzung.

Ernst Hubenak, der am 23. März 101 Jahre alt geworden wäre, wurde 1914 als jüngstes von drei Kindern in Niederpreschkau im Sudetenland geboren. Seine Frau Maria, mit der er 64 Jahre verheiratet war, hatte er beim Tanzen in Vohenstrauß kennengelernt.

Dort war der überzeugte Sozialdemokrat Stadtrat und hatte sich vor allem für das Freibad und Schulessen eingesetzt. Später zog das Paar nach Amberg. Der gelernte Glasgraveur mit Meisterprüfung arbeitete in seinem Beruf bis zu seiner Verrentung 1977 bei der Firma Rosenthal in Amberg. Mit 91 Jahren ist der SPDler noch Fahrrad gefahren.

Hubenak hatte zeitlebens viel zu erzählen. Am allerliebsten war es ihm, wenn möglichst wenig davon öffentlich wurde. "Das muss jetzt nicht in der Zeitung stehen", sagte er häufig mit seinem unverkennbaren sudetendeutschen Dialekt.

Ernst Hubenak war ein mutiger Mann. In jungen Jahren verfasste er Plakate mit der Aufschrift "Wer Hitler wählt, wählt den Krieg". Zwei Tage musste er deswegen ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung versteckte er aus Angst vor weiteren Strafaktionen der Nazis sein SPD-Parteibuch in einem Hasenstall.
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