Aufeinander zugehen

Für viele Hundebesitzer ist das Ammerbachtal ein Naherholungsgebiet, wo sie ihre Vierbeiner Gassi führen können. Nicht alle wollen sie immer anleinen, der Hund habe ein Recht auf freien Auslauf, was zu einer artgerechten Tierhaltung gehöre, argumentieren einige. Bei der Diskussion am Mittwochabend im Rathaus brachten Hundehalter und Naturschützer jeweils ihre Argumente vor - näherten sich aber auch an und fanden Gefallen am Kompromissvorschlag der Stadt Amberg. Bilder: Huber (2)

Die einen pochen auf das Recht der Natur, bewahrt zu werden. Die anderen führen den Tierschutz ins Feld. Am Ammerbachtal hängt ihr aller Herz. Und deshalb wird es phasenweise emotional, wenn Naturschützer und Hundehalter über die Nutzung diskutieren.

Wortbeiträge waren ausdrücklich gewünscht, denn die Stadt hatte zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Ammerbachtal eingeladen. Oberbürgermeister Michael Cerny und Dr. Bernhard Mitko, Leiter des Referats für Umwelt, Verbraucherschutz, Ordnung und Recht, legten am Mittwochabend im großen Rathaussaal den aktuellen Stand des Verfahrens dar. Mitko ging dabei auf Anregungen ein, die bei der Stadt eingegangen waren. Mehrfach sei vorgeschlagen worden, zur Begleitung der Maßnahme einen Arbeitskreis, ein Forum oder einen Runden Tisch einzurichten. Angeregt worden seien mehr Abfallbehälter und Beutelspender für Hundekot.

Wogen schnell geglättet

"Bitte seht uns, bitte hört uns. Wir sind auch eine Gruppe, die berechtigte Bedürfnisse hat", sprach Susanne Kohlhoff für die Hundehalter. Die Interessensgemeinschaft Mensch und Hund in Amberg, die sie vertrat, setze sich dafür ein, dass das Ammerbachtal als Hundefreilaufgebiet erhalten bleibe. Dass sie längere Ausführungen machte, sorgte teilweise für Unmut. Insbesondere ihre Aussage, Hundehalter würden gesünder leben, sowohl körperlich als auch seelisch, kam bei der anderen Fraktion nicht gut an. Dank Mitkos umsichtiger Moderation glätteten sich die Wogen auch schnell wieder.

Werner Scharf, der als Naturschutzwächter in diesem Areal tätig ist, bezeichnete Mitkos Vorschlag (Freilaufzonen im Süden und Norden des Geländes, gewisse Freilaufstreifen an manchen Wegen und Leinenzwang an anderen Stellen) als "super-vernünftig": "Da draußen gibt es Zonen, da gehört sich der Hund an die Leine." 95 Prozent der Leute seien vernünftig - doch es gebe auch andere. Erst kürzlich habe er eine Gruppe erwischt, die am späten Abend ein Feuer geschürt hatte. Daraufhin habe er eine Streife verständigt. "Aber so weit soll's doch erst gar nicht kommen", appellierte er an die Vernunft der Menschen.

Eine Lanze für den städtischen Vorschlag brach auch Bernhard Moos vom Landesbund für Vogelschutz. "Damit können wir alle leben", sagte er. Gleichwohl sah er im Ammerbachtal eine große Chance: "Hier können wir aktiv was für die Bodenbrüter und andere Tiere tun." Peter Zahn (Bund Naturschutz) argumentierte mit einer Zahl für das Landschaftsschutzgebiet: "Wir haben in Amberg 34 Prozent der Stadtfläche für Siedlung und Verkehr."

"Mein Hund und ich können gut damit leben", sagte die Besitzerin eines Vierbeiners. Eine andere pflichtete ihr bei: "Ich würde mir ein rücksichts- und respektvolles Miteinander wünschen." Denn schließlich verbinden alle Nutzer etwas mit dem Ammerbachtal: "Ein Stück persönliches Glück, eine Auszeit vom Alltag."

Eine Frage der Haftung

Alexander Krone, Vorsitzender der Luftsportgruppe, appellierte nochmals eindringlich an alle, die draußen in Fuchsstein unterwegs sind, sich daran zu halten, das Segelflugareal nicht zu betreten. "Da darf keiner unbefugt drauf, wir würden sonst dafür haften." Er erinnerte aber auch daran, dass früher einmal eine andere Diskussion geführt wurde - nämlich die Frage nach einem Golfplatz. "Wir wollen uns dort doch alle erholen", sagte er und warnte vor Lobby-Gruppen: "Da gibt's nur Verlierer." Nach zweieinhalb Stunden Diskussion stellte OB Michael Cerny fest, es sei "gefühlt mehr Verständnis füreinander."(Angemerkt)
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