Auflagen für das Stadion des FC Amberg und den Spielbetrieb in der Fußball-Regionalliga - ...
"Wir werden eine Lösung finden"

Ein Wellenbrecher im Sparda Bank-Stadion am Wasserwerk, der Spielstätte der SpVgg SV Weiden. Ähnliche Teile sollen auf der Gegengeraden im Amberger FC-Stadion montiert werden. Bild: Hartl
"Ich gehe davon aus, dass wir alles auf die Reihe bekommen", zeigt sich Josef Janker optimistisch. Wir - das ist einmal der Verbandsspielleiter des Bayerischen Fußballverbandes (BFV), der zuständig ist für die Einhaltung aller Vorgaben, die der BFV den Vereinen in der Regionalliga Bayern auferlegt. Und das ist der neue Regionalligist FC Amberg, den die Vorgaben betreffen, vor allem das Stadion am Schanzl. "Im Kopf habe ich das schon seit zwei Jahren", sagt FC-Vorsitzender Werner Aichner, "aber wir konnten das ja nicht vorher machen. Am Schluss steigen wir nicht auf."

Jetzt ist der Aufstieg da und somit die Vorgaben: "Zwei Sachen müssen unbedingt eingehalten werden. Einmal ein abgetrennter Gästebereich mit eigener Kasse und einmal die sogenannten Wellenbrecher auf der Gegentribüne", sagte Janker. Die gegnerischen Fans müssen laut Janker "so abgetrennt sein, dass sie nicht zu den Amberger Fans rüberkommen können und umgekehrt." Er könnte sich eine Lösung vorstellen wie im Stadion der SpVgg SV Weiden, wo ein zwei Meter hoher Gitterzaun die Fans trennt. "So etwas ist relativ einfach zu lösen", sagt Janker.

Etwas problematischer gestaltet sich das Thema Wellenbrecher. Das Teil soll nicht etwa eine La-Ola-Welle der Zuschauer brechen - die es im FC-Stadion bislang einmal beim Traumspiel des FC Bayern München zu sehen gab - sondern für die Sicherheit der Fans sorgen. Janker beruft sich dabei auf die Versammlungsstättenverordnung (siehe Info): "Das ist keine Vorgabe des Fußballverbandes, sondern des Landes Bayern. Da steht genau drin, was zu beachten ist. Es wundert mich ein bisschen, dass es die Wellenbrecher in Amberg noch nicht gibt. Das hätte schon früher passieren müssen, schon in der Bayernliga." Der Verbandsspielleiter betont, dass diese Vorschriften ab einer Kapazität von mehr als 5000 Besuchern gelte.

"Aber wir werden eine Lösung finden", erklärte Janker. Er will mit Vertretern der Stadt und des FC Amberg einen Ortstermin vereinbaren, bei dem Details geklärt werden. "Ohne die Stadt mache ich nichts, denn die Stadt ist ja Eigentümer des Stadions." Die Zeit drängt, denn bereits am Samstag, 18. Juli, steht der erste Spieltag auf dem Programm - das könnte durchaus ein Heimspiel sein. Janker kann sich vorstellen, dass im Notfall "gewisse Bereiche des Stadions gesperrt werden", falls nicht alle Auflagen erfüllt werden: "Wir werden keine Ausnahmegenehmigung geben." Eine Sperrung will auch Werner Aichner vermeiden. Er ist dabei, Kostenvoranschläge einzuholen, damit möglichst schnell alle Arbeiten erledigt und die Vorgaben eingehalten werden. Ihm schwebt vor, den Gästebereich auf die linke Seite der Gegengeraden zu legen (von der Haupttribüne aus gesehen), und dort soll die Bewirtschaftung erfolgen. Aichner: "In diesem Bereich stellen wir auch ein Dixi-Klo auf." Zwischen den Büschen hinter der linken Kurve (Aichner: "Dort ist alles ziemlich verwildert") soll der bestehende Weg frei gemacht werden für die Gästefans. "Die können dann dort herum zu ihren Plätzen gehen. Da kommt auch ein Kassenhäuschen für die auswärtigen Fans hin."

Eine besondere Aufmerksamkeit des Fußballverbandes gilt den sogenannten Sicherheitsspielen, also jenen Partien, bei denen besonders viele Zuschauer erwartet werden - und eventuell Ausschreitungen und Randale.

"Ein Spiel FC Amberg gegen Jahn Regensburg wäre so eines, da machen wir gar kein Geheimnis daraus. Denn in Regensburg gibt es ein paar Sportfreunde, die nicht immer mit allem einverstanden sind", erklärt Josef Janker. Der Verband klärt in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Vereinen vor der Saison, welche Spiele so einzustufen sind. "Dann beobachten wir natürlich die ersten Spiele und treffen weitere Einschätzungen", sagte Janker. Im Stadion sei der Verein für die Sicherheit verantwortlich, wobei eventuell ein entsprechendes Polizeiaufgebot vor dem Stadion und auf den Parkplätzen einsatzbereit wäre.
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