Aufmarsch der Torjäger

Auch wenn der Gegner manchmal wie eine Wand steht - und die Stürmer des FC Amberg wie hier Tobias Wiesner gelegentlich mit dem Kopf durch diese wollen - hat die Mannschaft von Timo Rost bislang die zweitmeisten Tore in der Bayernliga geschossen. Bild: ref

Selten liegen Himmel und Hölle so nah beinander: Wie aus "heiterem Himmel schießt Aschaffenburg die Tore, da muss man höllisch aufpassen", sagt Timo Rost. Teuflisch gut drauf sind beide Mannschaften. Da stellt sich nur die Frage: Gibt's eine Erlösung für die Amberger Fans?

Es ist Halbzeit in der Bayernliga und es geht wieder von vorn los - zumindest, was die Partien betrifft. Am ersten Spieltag der Rückrunde erwartet der FC Amberg am Samstag, 25. Oktober, um 16 Uhr den SV Viktoria Aschaffenburg. Eine Begegnung aus der Rubrik "Spitzenspiel", denn es trifft nicht nur der Fünfte (30 Punkte) auf den Zweiten (34 Punkte plus ein Nachholspiel gegen Neudrossenfeld), sondern es ist auch das Duell der besten Offensivreihen der Liga (Aschaffenburg 45, Amberg 37 Tore). Der Regionalligaabsteiger der vergangenen Saison ist derzeit die Mannschaft der Stunde der Liga. Das zeigt auch der Blick auf die letzten vier Auftritte der Unterfranken: 10 Punkte bei 17:0 Toren - abgesehen vom 0:0 in Weiden sorgte Aschaffenburg zuletzt mit zwei 5:0-Erfolgen gegen Ansbach und Haibach sowie einem 7:0-Kantersieg bei der DJK Ammerthal regelmäßig für Spektakel. Einzig das zwischenzeitliche 0:0 beim aktuellen Tabellenführer, der SpVgg SV Weiden, trübt die weiße Weste - das ist allerdings Mäkeln auf hohem Niveau.

Der Aschaffenburger Höhenflug liegt auch daran, dass es unter Trainer Slobodan Komljenovic (43), selbst ehemaliger Profi mit deutscher und spanischer Erstligaerfahrung (Eintracht Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern, Real Saragossa) in der Hinrunde nur zwei Niederlagen gab: "Wenn's nach mir geht, bleibt es auch dabei", schmunzelt Komljenovic, Schwiegersohn von Trainerlegende Dragoslav Stepanovic ("Lebbe geht weider"). Doch der Respekt vor dem FC Amberg ist groß: "Es treffen die zwei Teams aufeinander, die derzeit wohl am besten drauf sind - zusätzlich zu Großbardorf." Ein Torfestival erwartet Komljenovic nicht, dafür würden beide Teams wohl zu vorsichtig agieren. Wobei das nicht bedeute, dass er mit angezogener Handbremse spielen lasse: "Unsere Stärke ist die Offensive und wir werden von unserem Stil nicht abrücken. Aber natürlich wollen wir am Ende auch nicht mit leeren Händen nach Hause fahren." Dafür baut man bei der Viktoria auf die Leistungsträger Daniele Toch (10 Tore), Florian Pieper (8) und Giulio Fiordellisi (7) - drei Offensivkräfte, die allesamt in den Top 10 der Bayernliga-Torjäger stehen.

Man ist also gewarnt beim FC Amberg. "Diese Offensive ist schon bärenstark. Aber wir müssen uns nicht verstecken", sagt Trainer Timo Rost, der auch an das Hinspiel (1:1, Torschütze Tobias Wiesner) erinnert: "Damals sind wir nach einem frühen Gegentor schnell zurückgekommen und haben dann nach Rot für Matthias Götz 30 Minuten lang in Unterzahl stark dagegengehalten - und hätten sogar gewinnen können."

Jetzt sei die Situation aber eine andere: Beide Teams sind in Topform - Rosts Erwartung an das Spiel ist klar: "Es kann alles passieren. Aschaffenburg hat eine Offensive, die ein Spiel aus heiterem Himmel entscheiden kann. Da müssen wir höllisch aufpassen. Aber wir wollen offensiv spielen und werden unsere Spielweise nicht verändern." Was das Personal dafür angeht, will sich Rost aber nicht in die Karten schauen lassen.

FC Amberg: Götz (1), Sommerer (25), Brandl (20), Ceesay (15), Gorgiev (5), Jobst (23), Konjevic (4), Karzmarczyk (18), Graml (6), Hempel (14), Knorr (17), Lincke (19), Morin (22), Plänitz (13), Schwarzfischer (21), Wiedmann (10), Dietl (8), Seifert (16), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11).
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