Aus alter Gewohnheit
Glosse

Die Jungs haben wirklich sauber gearbeitet. Und außer (viel) Kaffee, Mineralwasser, Orangenlimo, Brotzeit und dem ihnen zustehenden Lohn wollten sie nix. Zurückgelassen haben sie weiße Mauern mit mintgrünen Farbtupfern. Sieht unheimlich gut aus, so ein frisch verputztes und geweißeltes Treppenhaus. Man mag gar nicht mehr hinlangen an die schöne Wand. Fingerspuren würden sich jetzt ganz besonders schlecht machen.

Nicht hinlangen - das ist ja das Problem. Denn die Handläufe waren auch schon recht abgewohnt und sind noch beim Schreiner nebenan zwecks Restaurierung. Bisher ist - Gott sei Dank - noch keiner die Treppe runtergeflogen. Aber ohne Geländer ist ein neues Treppenhaus nichts. Schon nach dem Aufstehen beim Hinuntergehen ins Bad der erste Griff ins Leere. Den Körper gerade noch ausbalanciert. Vor dem Frühstück auf dem m Weg zur im Briefkasten liegenden Morgenlektüre die vergebliche Suche nach Halt. Fast wär's dahingegangen. Gestern hat der Schreiner schon mal die Halterungen geholt, um das renovierte Holz (hoffentlich bald) wieder zu montieren. Das würde durchaus helfen, das Wochenende in den Griff zu bekommen.

juergen.kandziora@zeitung.org

Im Blickpunkt Fallzahlen im Klinikum steigen

Amberg. (zm) Das Klinikum St. Marien hat einen zuletzt leichten Rückgang der Fallzahlen wieder mehr als wettgemacht. Im ersten Halbjahr, das berichtete die Leitung des Hauses am Mittwoch dem Verwaltungsrat, wurden 13 453 Fälle abgerechnet. Das sind 698 oder 5,47 Prozent mehr als im Vorjahr (12 755), das gegenüber 2013 (12 876) von einem leichten Minus geprägt war.

Bei einer weiter sinkenden Verweildauer auf einen Durchschnittswert von nur noch 6,41 Tagen (2014: 6,74; 2013: 6,82) wirkt sich das spürbar positiv auf die Wirtschaftlichkeit des Klinikums aus. In Geldwert beziffert wird diese Entwicklung öffentlich allerdings nicht. Parallel sinkt statistisch die Auslastung auf 82,13 Prozent (2014: 82,26; 2013: 84,36). Von dieser Zahl, so Klinikumsvorstand Manfred Wendl, solle sich das Gremium jedoch nicht irritieren lassen. Praktisch bedeute das eine Vollauslastung mit der phasenweisen Tendenz zur Überbelegung.

Der Verwaltungsrat, voran dessen Vorsitzender Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU), nahm diese Eckwerte sehr positiv auf. Lediglich Hannelore Zapf (SPD) gab zu bedenken, dass mehr Fälle bei geringerer Verweildauer einen höheren Patientendurchsatz und damit mehr Stress für die Belegschaft bedeuteten.
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