Aus der Loretto-Kapelle wurde die 14. Kreuzweg-Station
Die letzte der sieben Berg-Kapellen

Die Loretto-Kapelle: Die kleine Grabkapelle, zugleich die letzte Kreuzwegstation den Mariahilfberg hinauf, war der Wallfahrt von Maria Loretto gewidmet. Ihre heutige Bauform erhielt sie 1859. Wegen starker Schäden musste sie saniert werden. Bild: Hartl
Die ersten Kreuzwege entstanden schon im Mittelalter - nach den Worten von Stadtheimatpflegerin Beate Wolters "wohl als Folge der Kreuzzüge, als die Originalschauplätze in Jerusalem bekannt waren". Vermittler sei dabei der Franziskanerorden gewesen, der die heiligen Stätten betreute. Für Wolters liegt damit die Vermutung nahe: "Vielleicht hatten auch in Amberg die Franziskaner wesentlichen Anteil an der Errichtung des großen Kreuzweges zur Wallfahrtskirche, die ja ebenfalls von ihnen betreut wurde."

Drei Wallfahrts-Wege

Zur Wallfahrt auf den Mariahilfberg führten nach Wolters Auskunft schon seit langer Zeit drei Wege: die Lindenallee (bereits 1763 angelegt), der steile Stufenweg und der Stationenweg, der den Gläubigen in kurzen Abständen zum Innehalten anhält. Letzterer ist ein sogenannter Kreuzweg. Als 14. Station dient die Kapelle direkt am Fuß der Wallfahrtskirche. "Sie nahm die Grablegung Christi auf", erklärt die Heimatpflegerin. "Die Kapelle selbst ist viel älter als der Kreuzweg; sie gehört mit zu den ersten barocken Gebäuden auf dem Berg und wurde wohl 1675 schon als Loretto-Kapelle geweiht." Dies sei damals am Maria-Schnee-Tag geschehen, also elf Jahre nach der Weihe der Kapelle in Atzlricht.

Einst sieben Kapellen

"Sie gehörte zu einer Gruppe von insgesamt sieben Kapellen, die auf dem gesamten Berg verteilt standen." Jede davon erinnere an eine bedeutende Wallfahrtsstätte. "Allerdings ist davon nur noch diese eine erhalten geblieben", fügt Wolters noch hinzu.

Wie die Inschrift über dem Bogen am Eingang verrate, sei sie 1783 wiedererbaut worden, "weil sie eingestürzt war, als man sie vergrößern wollte". Diese Kapelle, die schon einiges mitgemacht habe, sei 1860 zur 14. Kreuzwegstation umgewidmet worden und habe damit das heilige Grab aufgenommen. In den vergangenen Jahren wurde sie nach Wolters Worten mit großem Aufwand restauriert "und gibt nun wieder einen recht authentischen Anblick der Situation am Berg".

Honiggelb leuchtend

Der Heimatpflegerin gefällt besonders die Frontseite der Kapelle: "Seit langem war diese verputzt und mit Farbe angestrichen. Nun, nach der Restaurierung, präsentiert sie wieder ihre schönen, honiggelb leuchtenden Sandsteinquader - die gleichen wie die der Kirchenfassade. Damit ist die Einheit der Kapelle mit der Wallfahrtskirche und damit auch der Kreuzweg, der zum Gnadenbild führt, sinnfällig gemacht."

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