Aus der Patsche geholfen

Zwei Defibrillatoren für die griechischen Freunde in Trikala: Hellas-Vorsitzende Romy Sandner, ihre Stellvertreterin Sibylle Sandner und Kassier Stefan Perl (von rechts) sind glücklich, Ambergs Partnerstadt unterstützen zu können. Bilder: hfz

Bei uns gehören sie längst zum Straßenbild: die kleinen Kästen, die im Notfall Leben retten können. In Trikala, der griechischen Partnerstadt Ambergs, ist für Defibrillatoren kein Geld da.

Die Stadt ist, wie so viele andere in Griechenland, wirtschaftlich schwer gebeutelt. Die finanziellen Mittel der Gemeinde reichen gerade mal so, um die allerwichtigsten Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser am Laufen zu halten und die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Für Geräte wie Defibrillatoren, die zwar sinnvoll sind, aber eben nicht zur Grundversorgung zählen, reicht es nicht. Und dabei legt man in Trikala besonderen Wert auf die Gesundheit: Der berühmte Aeskulap, der griechische Gott der Heilkunst, soll dort geboren worden sein.

Ein Dilemma, das auch beim Besuch der griechischen Freunde in Amberg vor einigen Wochen zur Sprache kam. Als der deutsch-griechische Freundschaftsverein Hellas das mitbekam, handelten die Mitglieder, allen voran Vorsitzende Romy Sandner, schnell und unbürokratisch. Sie bestellten, nach kurzer Rücksprache mit der Stadt Trikala, zwei moderne Defibrillatoren und sorgten dafür, dass diese auf dem schnellsten Weg nach Griechenland gebracht wurden.

"Die Rechnung für die komplette Aktion, mehr als 3000 Euro, haben wir sehr gerne übernommen", sagt Romy Sandner. Das Geld stamme aus dem Erlös des diesjährigen Altstadtfestes. "Da sind wir immer im Maltesergarten zu finden und bewirten unsere Gäste mit griechischer Lebensfreude", hebt Sandner hervor.


Der Oberbürgermeister von Trikala, Dimitrios Papastergiou, war überglücklich, als er und seine Mitarbeiterin Eleni Karamboula die Geräte gemeinsam auspackten und gleich an den dafür vorgesehenen Stellen aufhängten.

Einer der Defibrillatoren wurde im Rathaus angebracht, in unmittelbarer Nähe zu vielen Cafés und Geschäften, der andere mitten im belebten Kneipenviertel. Dort sollen sie im Notfall Leben retten - dank einer Freundschaft, die weit über das Offizielle hinausgeht.
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